Begriffe · Glossar
SLAM.Was der Begriff bedeutet.
SLAM (Simultaneous Localization and Mapping, gleichzeitige Lokalisierung und Kartierung) ist ein Verfahren, mit dem ein mobiler Roboter eine Karte seiner unbekannten Umgebung erstellt und dabei gleichzeitig seine eigene Position in dieser Karte bestimmt.
Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
01 Definition
SLAM: die Erklärung.
Ein mobiler Roboter steht vor einem Henne-Ei-Problem. Um seine Position zu kennen, braucht er eine Karte. Um eine Karte zu bauen, muss er seine Position kennen. SLAM löst beides zusammen. Durrant-Whyte und Bailey beschreiben das Verfahren 2006 als Frage, ob ein Roboter an einem unbekannten Ort eine konsistente Karte aufbauen und sich gleichzeitig darin verorten kann. Ohne gute Lokalisierung kann ein Roboter weder sicher fahren noch Teile an der richtigen Stelle abholen.
Cadena und Kollegen (arXiv:1606.05830) beschreiben die heute übliche Form als Optimierungsproblem über einen Graphen. Knoten sind Posen des Roboters und Landmarken, Kanten sind Messungen dazwischen. Erkennt der Roboter einen Ort wieder, an dem er schon war, schließt er eine Schleife. Diese Schleifenschlüsse korrigieren die über die Zeit angesammelte Drift. Schwierig sind große Hallen mit vielen gleichartigen Regalgassen, die sich für die Sensoren ähneln.
Als Sensoren dienen LiDAR, Kameras oder beides, ergänzt durch Inertialsensoren und Radodometrie. Man spricht dann von LiDAR-SLAM oder visuellem SLAM. Die Übersicht von Cadena und Kollegen nennt als offene Themen vor allem Robustheit und den Betrieb über lange Zeiträume in Umgebungen, die sich verändern. Bei Humanoiden und Vierbeinern kommen Bewegungen des Körpers beim Gehen hinzu, die das System ausgleichen muss.
Das betrifft auch Werkshallen: Ladungsträger werden verschoben, Regale umgestellt, Tore öffnen und schließen sich. Eine Karte, die am Montag stimmt, kann am Freitag abweichen. Gute SLAM-Systeme trennen feste Strukturen wie Wände und Säulen von beweglichen Objekten. Für Roboterflotten kommt die Verteilung der Karten dazu. Wird eine Karte auf einem Roboter aktualisiert, sollten alle anderen sie ebenfalls bekommen. Manche Systeme legen dafür eine zentrale Karte an, die der Flottenmanager pflegt. Auch Sperrzonen und Fahrregeln werden oft in dieser Karte hinterlegt.
02 Industrie
Was das für ein großes Werk heißt.
Für ein Werk bedeutet SLAM, dass ein Roboter ohne Bodenmarkierungen oder Magnetbänder navigieren kann. Voraussetzung ist eine Erstkartierung der Halle und ein Konzept, wie Karten bei Umbauten aktualisiert werden. Bei mehreren Robotern sollte die Karte zentral im Flottenmanager gepflegt werden.
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03 Abgrenzung
Abgrenzung zu verwandten Begriffen.
| Begriff | Unterschied |
|---|---|
| Spurgeführte Navigation | Spurgeführte Fahrzeuge folgen Linien, Magnetbändern oder Reflektoren, SLAM braucht keine solche Infrastruktur. |
| Lokalisierung | Reine Lokalisierung verortet den Roboter in einer bekannten Karte, SLAM erstellt die Karte dabei mit. |
| LiDAR | LiDAR ist ein Sensor, SLAM das Verfahren, das dessen Daten zu Karte und Position verarbeitet. |
04 Weiter
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05 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Was ist SLAM bei Robotern?
SLAM steht für Simultaneous Localization and Mapping, gleichzeitige Lokalisierung und Kartierung. Ein mobiler Roboter erstellt dabei eine Karte seiner Umgebung und bestimmt zugleich seine Position darin. Grundlage sind Sensordaten von LiDAR, Kameras und Bewegungssensoren. So kann der Roboter ohne Bodenmarkierungen durch eine Halle navigieren.
Was passiert mit der Karte, wenn sich die Halle verändert?
Verändert sich die Halle, muss die Karte angepasst werden. Gute Systeme orientieren sich an festen Strukturen wie Wänden und Säulen und behandeln Paletten oder Behälter als bewegliche Objekte. Bei größeren Umbauten wird meist neu kartiert. Klären Sie mit dem Hersteller, wie Kartenaktualisierungen in einer Flotte verteilt werden.
Braucht SLAM eine Internetverbindung?
SLAM braucht keine Internetverbindung. Das Verfahren läuft in der Regel auf dem Rechner im Roboter. Eine Netzverbindung im Werk wird aber gebraucht, wenn Karten zentral gespeichert, an andere Roboter verteilt oder im Flottenmanager angezeigt werden sollen. Der Rechner im Roboter muss dafür ausreichend Leistung haben.
Quellen · Stand Oktober 2026
- Cadena et al. (2016): Past, Present, and Future of Simultaneous Localization and Mapping, arXiv:1606.05830
- Durrant-Whyte, Bailey (2006): Simultaneous localization and mapping, Part I, IEEE Robotics & Automation Magazine 13(2)
- Raj, Hashim, Huddin et al. (2020): A Survey on LiDAR Scanning Mechanisms, Electronics 9(5), 741
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