Begriffe · Glossar
Flottenmanager.Was der Begriff bedeutet.
Ein Flottenmanager ist eine Software, die mehrere mobile Roboter gemeinsam steuert: Sie verteilt Aufträge, plant Wege, regelt Vorfahrt an Kreuzungen, Türen und Aufzügen und überwacht Akkustand und Zustand jedes Geräts. In der Intralogistik heißt er auch Leitsteuerung.
Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
01 Definition
Flottenmanager: die Erklärung.
Ein einzelner Roboter kann seine Aufgabe allein planen. Ab zwei Robotern auf denselben Wegen braucht es eine übergeordnete Instanz. Der Flottenmanager nimmt Aufträge aus Lagerverwaltung, MES oder ERP an, teilt sie den Robotern zu und sorgt dafür, dass sie sich nicht gegenseitig blockieren. Er schickt Roboter rechtzeitig zum Laden und zeigt den Zustand der Flotte in einer Übersicht. In manchen Werken übernimmt er auch die Ansteuerung von Toren, Aufzügen und Ampeln an Kreuzungen.
Für die Kommunikation gibt es offene Schnittstellen. Der Verband der Automobilindustrie hat mit VDA 5050 eine Schnittstelle zwischen Leitsteuerung und fahrerlosen Fahrzeugen veröffentlicht. Version 3.0.0 erschien im März 2026. Sie soll Fahrzeuge verschiedener Hersteller unter einer Leitsteuerung betreiben. Das Projekt Open-RMF (Open Robotics Middleware Framework) bietet quelloffene Bausteine, um Roboterflotten verschiedener Hersteller mit Türen, Aufzügen und gemeinsamen Wegen zu koordinieren.
Bei humanoiden Robotern ist die Lage weniger einheitlich. Viele Hersteller liefern eine eigene Flottensoftware. Ob sich Humanoide verschiedener Hersteller in einer Leitsteuerung zusammenführen lassen, ist Stand Oktober 2026 eine Einzelfrage der jeweiligen Schnittstellen. Fragen Sie deshalb, ob der Hersteller offene Schnittstellen dokumentiert, ob Aufträge per Programmierschnittstelle übergeben werden können und ob Statusdaten in eigene Systeme fließen dürfen. Die Wahl der Flottensoftware bindet ein Werk oft für Jahre an einen Anbieter.
Ein Flottenmanager ist ein zentraler Punkt für IT/OT-Security. Er hat Zugriff auf alle Roboter und oft auf Produktionssysteme. Fällt er aus, steht im schlechtesten Fall die ganze Flotte. Redundanz, Zugriffsrechte und Update-Prozesse gehören deshalb in die Planung. Hinzu kommen Protokollierung und Nachvollziehbarkeit: Wer hat wann welchen Auftrag erteilt, welche Software-Version lief, und warum stand ein Roboter still? Diese Daten helfen bei Störungen und bei der Auswertung von Kennzahlen.
02 Industrie
Was das für ein großes Werk heißt.
Für ein großes Werk entscheidet der Flottenmanager, ob mehrere Robotertypen zusammen funktionieren. Fragen Sie vor der Beschaffung, welche Schnittstellen unterstützt werden, ob VDA 5050 oder Open-RMF möglich sind und wo die Software läuft. Mehrere Leitsysteme parallel im selben Werk machen Betrieb und Sicherheit schwieriger.
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03 Abgrenzung
Abgrenzung zu verwandten Begriffen.
| Begriff | Unterschied |
|---|---|
| Robotersteuerung | Die Robotersteuerung regelt einen einzelnen Roboter, der Flottenmanager koordiniert viele. |
| MES | Ein MES steuert die Produktion und erzeugt Aufträge, der Flottenmanager setzt Transport- und Handlingaufträge mit Robotern um. |
| Lagerverwaltungssystem | Ein Lagerverwaltungssystem verwaltet Bestände und Lagerplätze, der Flottenmanager die Roboter, die sie bewegen. |
04 Weiter
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05 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Was macht ein Flottenmanager für Roboter?
Ein Flottenmanager verteilt Aufträge an mehrere Roboter, plant ihre Wege und regelt, wer an Engstellen, Türen und Kreuzungen zuerst fährt. Er überwacht Akkustand und Fehlermeldungen und schickt Roboter zum Laden. Aufträge bekommt er meist aus MES, ERP oder Lagerverwaltung. Fachleute in der Intralogistik sprechen von einer Leitsteuerung.
Was ist VDA 5050?
VDA 5050 ist eine Schnittstelle des Verbands der Automobilindustrie für die Kommunikation zwischen einer Leitsteuerung und fahrerlosen Fahrzeugen oder mobilen Robotern. Ziel ist, Fahrzeuge verschiedener Hersteller mit einer gemeinsamen Leitsteuerung zu betreiben. Die Version 3.0.0 erschien im März 2026. Die Nachrichten werden im JSON-Format übertragen.
Können Roboter verschiedener Hersteller zusammen arbeiten?
Roboter verschiedener Hersteller können zusammen arbeiten, wenn sie gemeinsame Schnittstellen unterstützen, etwa VDA 5050 oder Open-RMF. Bei fahrerlosen Transportfahrzeugen ist das verbreiteter als bei humanoiden Robotern. Für Humanoide sollten Sie die Schnittstellen vor der Beschaffung schriftlich klären. Mischflotten brauchen zudem gemeinsame Regeln für Vorfahrt und Engstellen.
Quellen · Stand Oktober 2026
- VDA: VDA 5050 Version 3.0.0, Kommunikationsschnittstelle für mobile Roboter
- Open-RMF, Open Robotics Middleware Framework
- ROS 2 Dokumentation
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