Einsatz · Materialtransport
Materialtransport mit Humanoiden.Tragen ist selten die Stärke, Übergeben schon.
Beim Materialtransport mit humanoiden Robotern bringt der Roboter Teile, Behälter oder Werkzeuge von einem Ort zum anderen und übergibt sie dort. Für reine Transporte über längere Wege sind autonome mobile Roboter (AMR), fahrerlose Transportsysteme und Routenzüge fast immer effizienter, weil sie mehr tragen und keine Arme brauchen. Der Humanoide lohnt sich, wenn am Ziel gegriffen, eingeräumt oder umgesetzt werden muss. Laut Galbot übernimmt dessen S1 in Batteriewerken von CATL Materialtransport und Kommissionierung, laut Hersteller mit bis zu 50 kg mit beiden Armen. Die Sicherheitsnorm für fahrerlose Flurförderzeuge ist ISO 3691-4:2023.
Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
01 Ablauf
Materialtransport im Werk: der Ablauf mit Humanoiden.
Abruf
Eine Station meldet Bedarf über Kanban, MES oder einen Taster. Die Flottensoftware vergibt den Auftrag an einen freien Roboter.
Material aufnehmen
Der Roboter holt das Material am Lager oder Supermarkt ab und greift Behälter, Teile oder Werkzeug selbst.
Weg durch die Halle
Er nutzt die regulären Verkehrswege, hält Abstand zu Personen und Staplern und meldet seine Position an die Leitwarte.
Übergabe am Ziel
Am Bedarfsort räumt er das Material in Regal, Fach oder Vorrichtung ein. Genau hier liegt sein Vorteil gegenüber einem reinen Transportfahrzeug.
Leergut zurück
Auf dem Rückweg nimmt er leere Behälter oder Abfälle mit, damit keine Leerfahrten entstehen.
02 Anforderungen
Anforderungen an Roboter für den innerbetrieblichen Transport.
| Merkmal | Bedarf | Herstellerangaben als Beispiel |
|---|---|---|
| Traglast | Gewicht pro Fahrt, oft mehrere Behälter | Galbot S1: beide Arme bis 50 kg, Gewicht 320 kg. Walker S2: 15 kg Hublast |
| Reichweite pro Ladung | Strecke und Fahrten pro Schicht | Galbot S1: 8 h pro Ladung, Akku-Schnellwechsel. AgiBot A2-W: 5 h |
| Geschwindigkeit | Muss zum Bedarf der Linie passen | Radbasierte Modelle sind auf ebenem Boden meist schneller als zweibeinige |
| Boden | Torschienen, Rampen, Bodenmarkierungen | Zulässige Stufenhöhe und Steigung beim Hersteller erfragen |
| Übergabe | Einräumen in Regale und Vorrichtungen | Arme, Greifer und Hubbereich |
| Steuerung | Gemeinsame Verwaltung mit AMR und FTS | Schnittstelle zur Flottensoftware, etwa VDA 5050 |
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03 Abgrenzung
Humanoide, AMR oder Routenzug: der ehrliche Vergleich.
Für Transporte über längere Strecken ist ein Humanoide meist nicht die beste Wahl. Ein autonomer mobiler Roboter trägt mehr, fährt schneller und kostet weniger. Fahrerlose Transportsysteme bewegen Paletten und Großladungsträger, die ein Humanoide gar nicht heben kann. Routenzüge versorgen viele Stationen auf einer festen Runde. Diese Technik ist ausgereift und in großen Werken verbreitet.
Der Humanoide spielt seine Stärke am Ende des Weges aus. Muss das Material in ein Regalfach, an einen Arbeitsplatz oder in eine Vorrichtung, braucht ein AMR einen Menschen oder einen zusätzlichen Arm. Ein Humanoide kann Fahrt und Übergabe in einem Gerät verbinden. Radbasierte Humanoide sind dafür besonders gebaut: Sie fahren wie ein AMR und greifen wie ein Mensch.
In der Praxis bewährt sich oft eine Arbeitsteilung. AMR oder Routenzug übernehmen die Strecke, der Humanoide die letzte Übergabe. Wichtig ist eine gemeinsame Steuerung, damit sich die Systeme nicht gegenseitig blockieren.
Ein weiterer Punkt ist die Zahl der Übergabeorte. Liefert ein Routenzug an zwanzig Stationen, bräuchte man an jeder Station einen Menschen oder Greifer für das Einräumen. Ein Humanoide, der den Zug begleitet oder die Stationen nacheinander abgeht, kann diese Arbeit bündeln. Ob sich das lohnt, zeigt erst die Messung von Wegezeit und Übergabezeit im eigenen Werk.
04 Kennzahlen
Pilot-Kennzahlen für den Materialtransport.
- Aufträge pro Stunde: abgeschlossene Transport- und Übergabeaufträge.
- Pünktlichkeit: Anteil der Lieferungen, die vor dem Bedarfszeitpunkt am Ziel waren.
- Wegezeit und Übergabezeit getrennt: Diese Aufteilung zeigt, ob ein AMR die Strecke günstiger übernehmen würde.
- Blockaden: Wie oft stand der Roboter wegen Hindernissen, Staplern oder Personen still?
- Energie: Fahrten pro Akkuladung und Anteil der Ladezeit an der Schicht.
- Leerfahrten: Fahrten ohne Ladung, die sich durch bessere Planung vermeiden lassen.
05 Sicherheit
Sicherheit auf Verkehrswegen: Normen und Gefährdungsbeurteilung.
Ein Roboter, der Material durch die Halle bringt, ist Teil des innerbetrieblichen Verkehrs. Für fahrerlose Flurförderzeuge legt ISO 3691-4:2023 Sicherheitsanforderungen fest, etwa für Personenerkennung und Schutzfelder. Für Humanoide, die gehen oder fahren und dabei Arme bewegen, ist eine eigene Norm noch nicht fertig. Die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz muss diese Lücke abdecken.
Zu klären sind Geschwindigkeit in Bereichen mit Personen, Verhalten an Kreuzungen und Toren, Abstand zu Staplern und das Verhalten bei Netzausfall. Ladeplätze für Lithium-Akkus gehören in das Brandschutzkonzept. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
PhoenixOne vermittelt Roboter für den Materialtransport über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai. Wir fragen Traglast, Reichweite pro Ladung und Schnittstellen zur Flottensoftware ab, damit Sie Humanoide und AMR mit denselben Daten vergleichen können.
06 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Ist ein humanoider Roboter für Materialtransport sinnvoll?
Nur in bestimmten Fällen. Für reine Transporte sind autonome mobile Roboter, fahrerlose Transportsysteme und Routenzüge meist effizienter, weil sie mehr tragen und günstiger sind. Ein Humanoide lohnt sich, wenn am Ziel gegriffen und eingeräumt werden muss, also Transport und Übergabe zusammenkommen.
Wie viel kann ein humanoider Roboter tragen?
Laut Herstellerangaben meist zwischen 3,5 und 15 kg pro Arm. Einzelne radbasierte Modelle tragen mehr. Galbot gibt für den S1 bis zu 50 kg mit beiden Armen an, bei einem Eigengewicht von 320 kg. Paletten und Großladungsträger bleiben Aufgabe von Staplern und fahrerlosen Transportsystemen.
Was ist der Unterschied zwischen AMR und FTS?
Ein fahrerloses Transportsystem fährt meist auf festen Routen, etwa entlang von Markierungen. Ein autonomer mobiler Roboter plant seinen Weg selbst und umfährt Hindernisse. Beide transportieren Material, greifen aber nicht selbst. Ein radbasierter Humanoide verbindet einen fahrenden Unterbau mit zwei Armen.
Welche Norm gilt für Roboter auf Verkehrswegen im Werk?
Für fahrerlose Flurförderzeuge gilt ISO 3691-4:2023 mit Anforderungen an Personenerkennung und Schutzfelder. Für Humanoide gibt es noch keine fertige eigene Norm. Der Entwurf ISO/CD 25785-1 ist in Arbeit. Bis dahin decken die Gefährdungsbeurteilung und ISO 12100 die Lücke ab. Legen Sie die Aufteilung im Piloten vorab fest.
Können Humanoide und AMR zusammenarbeiten?
Ja, das ist oft die beste Lösung. Der AMR übernimmt die Strecke, der Humanoide die Übergabe am Ziel. Beide brauchen eine gemeinsame Steuerung, damit Aufträge und Wege abgestimmt sind. VDA 5050 ist eine verbreitete Schnittstelle für mobile Roboter. Klären Sie früh, welche Schnittstellen die Geräte unterstützen.
Quellen · Stand Oktober 2026
- Galbot S1, Produktseite
- Galbot S1, Pressemitteilung zur Traglast und zum Einsatz bei CATL (20.01.2026)
- UBTech Robotics: Walker S2, Produktseite
- AgiBot A2-W, Produktseite
- ISO 3691-4:2023, fahrerlose Flurförderzeuge
- ISO/CD 25785-1, Stand der Entwicklung
- VDA 5050, Schnittstelle für mobile Roboter
- Arbeitsschutzgesetz § 5
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.
07 Weiter
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