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Integration · Halle und Umgebung

Anforderungen an die Hallefür humanoide Roboter.

Humanoide Roboter stellen konkrete Anforderungen an die Halle: einen ebenen, sauberen Boden, möglichst wenige Schwellen, ein stabiles Funknetz über WLAN oder ein 5G-Campusnetz, abgesicherte Ladeplätze, gleichmäßiges Licht für die Kameras und einen Temperatur- und Staubbereich, den der Hersteller freigibt. Für 5G-Campusnetze vergibt die Bundesnetzagentur Frequenzen im Bereich 3,7 bis 3,8 GHz. In explosionsgefährdeten Bereichen darf nur ein Gerät mit passender ATEX-Zulassung arbeiten. Für Inspektionen dort gibt es zugelassene Vierbeiner, etwa für Zone 1. Ein Hallencheck vor dem Piloten spart teure Überraschungen.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Eine Roboterhand aus Glas greift ein Werkstück auf einem silbernen Förderband, Kupferlinie verbindet zu einem Leitstand
Integration heißt: Roboter, Station, Leitsystem und Menschen zusammenbringen.

01  Checkliste

Der Hallencheck auf einen Blick.

BereichWorauf achtenBeim Hersteller abfragen
BodenEbenheit, Rutschfestigkeit, Öl, Späne, Wasser, Fugen, AbdeckungenZulässige Neigung, Bodenarten, Verhalten auf nassem oder öligem Boden
Schwellen und KantenTorschienen, Kabelbrücken, Rampen, GitterrosteMaximale Stufenhöhe, Breite von Spalten, die sicher überquert werden
Treppen und EbenenBühnen, Treppen, AufzügeTreppenfähigkeit laut Datenblatt, Absturzsicherung
FunknetzWLAN-Abdeckung, Roaming zwischen Zugangspunkten, 5G-CampusnetzBenötigte Bandbreite, Latenz, Verhalten bei Verbindungsabbruch
LadeplätzeFläche, Stromanschluss, Brandschutz, Abstand zu VerkehrswegenLadeleistung, Akkuchemie, Lade- oder Tauschstation
LichtGleichmäßige Beleuchtung, Gegenlicht, Reflexionen, DunkelzonenArbeitsbereich der Kameras, aktive Beleuchtung
KlimaTemperatur, Feuchte, Kondensat an TorenFreigegebener Temperaturbereich im Betrieb und beim Laden
Staub und WasserSchleifstaub, Lackiernebel, SpritzwasserIP-Schutzart des Geräts
Ex-BereicheZonen nach ExplosionsschutzdokumentATEX- oder IECEx-Zulassung, Gerätekategorie

02  Boden

Boden, Schwellen, Treppen: Wo Humanoide an Grenzen stoßen.

Der Boden ist die wichtigste bauliche Anforderung für humanoide Roboter. Ein zweibeiniger Roboter hält sein Gleichgewicht aktiv. Öl, Späne, lose Folien oder ein Kabel am Boden können zu einem Fehltritt führen. In großen Werken sind Hallenböden oft gut, aber nicht überall: Torschienen, Kabelbrücken, Gitterroste und Übergänge zwischen Hallenteilen sind typische Problemstellen.

Gehen Sie den geplanten Weg des Roboters vor dem Piloten einmal ab und dokumentieren Sie jede Kante, jede Rampe und jede Fläche, die nass werden kann. Vergleichen Sie das mit den Angaben im Datenblatt. Fehlen Angaben zur Stufenhöhe oder zur Neigung, fragen Sie gezielt nach.

Treppen sind für viele Humanoide technisch möglich, im Werksbetrieb aber ein eigenes Risiko. Für Bühnen, Rohrbrücken und Anlagen mit vielen Ebenen sind vierbeinige Inspektionsroboter oft besser geeignet. Bauformen mit Rädern an den Beinen, wie der AEON von Hexagon, fahren auf glatten Flächen schneller, brauchen aber ebenen Boden.

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03  Netz

WLAN oder 5G-Campusnetz: Was der Roboter braucht.

  • Aufgaben im Roboter: Die Bewegungssteuerung läuft bei Humanoiden im Gerät selbst. Das Netz braucht es für Aufträge, Statusmeldungen, Fernhilfe, Updates und das Hochladen von Trainingsdaten.
  • WLAN: Für einen Piloten reicht oft das vorhandene Industrie-WLAN. Prüfen Sie das Roaming zwischen Zugangspunkten entlang des Fahrwegs. Abbrüche beim Wechsel sind ein häufiger Grund für Stillstände.
  • 5G-Campusnetz: Die Bundesnetzagentur teilt auf Antrag Frequenzen im Bereich 3,7 bis 3,8 GHz für lokale Anwendungen zu, bis zu 100 MHz je Zuteilung. Prüfen Sie, ob Ihr Werk bereits ein solches Netz betreibt. Fragen Sie, ob der Roboter ein 5G-Modul hat oder einen externen Router braucht.
  • Teleoperation: Wird der Roboter aus der Ferne gesteuert, steigen die Anforderungen an Bandbreite und Latenz deutlich. Klären Sie Werte und Videoauflösung mit dem Hersteller.
  • Sicherer Zustand: Was tut der Roboter, wenn das Netz ausfällt? Die Antwort gehört in die Risikobeurteilung.

04  Laden und Klima

Ladeplätze, Licht, Temperatur: die Umgebung im Detail.

Ladeplätze für humanoide Roboter sind Ladeplätze für Lithium-Akkus und gehören in das Brandschutzkonzept des Werks. Stimmen Sie Lage, Abstand zu Verkehrswegen und Löschtechnik mit Brandschutz und Sachversicherer ab. Bei Geräten mit Akkutausch kommt eine Lagerfläche für geladene Akkus dazu.

Licht ist für Humanoide wichtiger als für klassische Roboter, weil sie sich meist über Kameras orientieren. Starkes Gegenlicht an Hallentoren, blanke Metallflächen und dunkle Ecken verschlechtern die Erkennung. Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4 „Beleuchtung und Sichtverbindung“ (Ausgabe Mai 2023) beschreibt Beleuchtung für Menschen. Für den Roboter zählen zusätzlich Gleichmäßigkeit und Blendfreiheit.

Temperatur, Feuchte und Staub bestimmt der Hersteller über den freigegebenen Betriebsbereich und die IP-Schutzart. Ungeheizte Hallen im Winter, Hitze an Öfen oder Staub in Gießereien können außerhalb dieser Grenzen liegen. Für Menschen gilt die ASR A3.5 zur Raumtemperatur. Die Grenzen des Roboters stehen im Datenblatt und weichen davon ab.

05  Ex-Bereiche

Ex-Bereiche: nur mit passender Zulassung.

In explosionsgefährdeten Bereichen dürfen nur Geräte eingesetzt werden, die nach der Richtlinie 2014/34/EU (ATEX-Produktrichtlinie) für die jeweilige Zone zugelassen sind. Der Betreiber legt die Zonen nach der Richtlinie 1999/92/EG und der Gefahrstoffverordnung im Explosionsschutzdokument fest. Für Chemie, Raffinerien und Energieanlagen ist das ein häufiges Ausschlusskriterium für Humanoide.

Für Inspektionsaufgaben im Ex-Bereich gibt es vierbeinige Roboter mit Zulassung. ANYbotics bietet mit ANYmal X ein Gerät mit ATEX- und IECEx-Zulassung für Zone 1 an. Für manipulierende Aufgaben im Ex-Bereich sollten Sie die Zulassung jedes Geräts einzeln prüfen und sich das Zertifikat vorlegen lassen. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

PhoenixOne hilft als Vermittler beim Abgleich mit Ihrer Halle: Über unseren direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai fordern wir Datenblätter mit Bodenanforderungen, Schutzart, Temperaturbereich, Funkmodulen und Zulassungen vorab an. Ihre Fachabteilungen können diese Angaben dann mit dem Hallencheck vergleichen.

06  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Welchen Boden braucht ein humanoider Roboter?

Einen ebenen, sauberen und rutschfesten Boden ohne lose Teile. Öl, Späne, Wasser und Kabel sind typische Gründe für Fehltritte. Kanten, Rampen und Gitterroste auf dem Fahrweg sollten Sie vorab dokumentieren und mit den Angaben im Datenblatt zu Stufenhöhe und Neigung vergleichen. Gehen Sie den geplanten Weg vor dem Piloten einmal gemeinsam mit Instandhaltung und Arbeitssicherheit ab.

Brauchen humanoide Roboter ein 5G-Netz?

Nicht zwingend. Für einen Piloten reicht oft gutes Industrie-WLAN mit sauberem Roaming. Ein 5G-Campusnetz hilft bei großen Flächen, vielen Geräten und Teleoperation. Die Bundesnetzagentur vergibt dafür lokale Frequenzen im Bereich 3,7 bis 3,8 GHz für lokale Anwendungen, bis zu 100 MHz je Zuteilung.

Können humanoide Roboter in Ex-Bereichen arbeiten?

Nur mit einer ATEX-Zulassung für die jeweilige Zone nach Richtlinie 2014/34/EU. Für viele Humanoide liegt eine solche Zulassung nicht vor. Für Inspektionen gibt es zugelassene Vierbeiner, etwa ANYmal X von ANYbotics für Zone 1. Lassen Sie sich das Zertifikat immer vorlegen.

Können humanoide Roboter Treppen steigen?

Manche Modelle können es laut Hersteller, im Werksbetrieb ist es aber ein eigenes Sturzrisiko. Prüfen Sie das Datenblatt und die Risikobeurteilung. Für Anlagen mit vielen Ebenen, Bühnen und Rohrbrücken sind vierbeinige Inspektionsroboter oft die passendere Wahl. Bauformen mit Rädern brauchen dagegen ebenen Boden.

Was muss beim Ladeplatz für Roboter beachtet werden?

Ladeplätze für humanoide Roboter sind Ladeplätze für Lithium-Akkus und gehören ins Brandschutzkonzept. Wichtig sind Stromanschluss, Abstand zu Verkehrswegen, Löschtechnik und bei Akkutausch eine Lagerfläche für geladene Akkus. Stimmen Sie sich mit Brandschutz und Sachversicherer ab. Klären Sie auch, wie sich ein Akkubrand in der Halle eindämmen lässt.

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