automatisierungs-konzepte.dePhoenixOne · Humanoide Roboter für die IndustrieRoboter anfragen →

Begriffe · Glossar

Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK).Was der Begriff bedeutet.

Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) bezeichnet Anwendungen, in denen Mensch und Roboter ohne trennende Schutzzäune in einem gemeinsamen Arbeitsbereich arbeiten. Die Sicherheitsanforderungen dafür stehen seit 2025 in ISO 10218-2:2025, Abschnitt 5.14, und gehen auf ISO/TS 15066:2016 zurück.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Glasfigur eines humanoiden Roboters auf einem Silbersockel, davor geschichtete Glasplatten wie Normblätter, kupferne Kante
Vor dem Pilot: Konformität, Risikobeurteilung, Arbeitsschutz.

01  Definition

Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK): die Erklärung.

Klassische Industrieroboter arbeiten hinter Schutzzäunen. Bei der Mensch-Roboter-Kollaboration fällt die Trennung ganz oder teilweise weg. Der Roboter reicht einem Menschen Teile an, beide arbeiten am selben Werkstück, oder der Roboter fährt nur langsamer, wenn jemand nahe kommt. Die DGUV beschreibt in ihrer Information FBHM-080 die Anforderungen an kollaborierende Robotersysteme aus Sicht des Arbeitsschutzes.

Die Technische Spezifikation ISO/TS 15066:2016 legte vier Arten der Zusammenarbeit fest: den sicherheitsgerichteten überwachten Halt, die Handführung, die Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung sowie die Leistungs- und Kraftbegrenzung. Für die Kraftbegrenzung enthält sie Grenzwerte für Druck und Kraft je Körperregion. Die Wahl der Art hängt von der Aufgabe ab. Bei der Handführung bewegt ein Mensch den Roboter direkt. Bei der Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung wird der Roboter langsamer oder hält an, wenn jemand näher kommt.

Mit der Ausgabe 2025 hat sich das Normenwerk geändert. ISO 10218-2:2025 übernimmt laut Vorwort die meisten Anforderungen der ISO/TS 15066. Abschnitt 5.14 behandelt kollaborative Anwendungen, darunter Handführung (5.14.4), Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung (5.14.5) sowie Leistungs- und Kraftbegrenzung (5.14.6). Der Grundgedanke lautet: Kollaborativ ist die Anwendung, nicht der Roboter allein. Für Integratoren und Betreiber heißt das: Jede kollaborative Anwendung braucht eine eigene Risikobeurteilung, auch wenn der Roboter als kollaborationsfähig verkauft wird.

Für humanoide Roboter ist MRK besonders relevant, weil sie oft in Bereichen mit Menschen arbeiten sollen. Eine eigene Norm für die Kollaboration mit Humanoiden gibt es Stand Oktober 2026 nicht. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV bietet Messtechnik und Verfahren zur Prüfung kollaborierender Roboter an. Für den Arbeitsschutz im Betrieb gelten daneben das Arbeitsschutzgesetz und die Betriebssicherheitsverordnung mit Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung.

02  Industrie

Was das für ein großes Werk heißt.

Für ein Werk bedeutet MRK weniger Zäune und mehr Flexibilität, aber auch eine anspruchsvollere Risikobeurteilung je Arbeitsplatz. Kraft- und Druckmessungen am realen Aufbau sind bei Leistungs- und Kraftbegrenzung üblich. EHS, Betriebsrat und die Fachkraft für Arbeitssicherheit sollten früh beteiligt sein.

Pilot-Lastenheft erstellen · kostenfrei

Lieber direkt über Ihren Pilot sprechen?

Aufgabe, Takt, Umgebung, Freigaben, Herstellerunterlagen: in zehn Minuten ein Lastenheft-Entwurf für Ihren Pilot.

Jetzt prüfen →

03  Abgrenzung

Abgrenzung zu verwandten Begriffen.

BegriffUnterschied
KoexistenzBei Koexistenz teilen Mensch und Roboter keinen Arbeitsbereich gleichzeitig, bei Kollaboration schon.
CobotCobot ist der Marktbegriff für einen Roboter, der für kollaborative Anwendungen gebaut ist, MRK beschreibt die Anwendung.
Schutzzaun-AnwendungIn einer Zaun-Anwendung trennen feste Schutzeinrichtungen Mensch und Roboter vollständig.

05  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Was ist Mensch-Roboter-Kollaboration?

Mensch-Roboter-Kollaboration ist das Zusammenarbeiten von Mensch und Roboter in einem gemeinsamen Arbeitsbereich ohne trennenden Schutzzaun. Die Sicherheit entsteht durch Funktionen wie Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung oder Kraftbegrenzung. Die Anforderungen stehen in ISO 10218-2:2025, Abschnitt 5.14, und gehen auf ISO/TS 15066:2016 zurück. Ob eine Anwendung so betrieben werden darf, zeigt die Risikobeurteilung.

Welche vier Arten der MRK gibt es?

ISO/TS 15066:2016 unterscheidet vier Arten: sicherheitsgerichteter überwachter Halt, Handführung, Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung sowie Leistungs- und Kraftbegrenzung. In ISO 10218-2:2025 sind diese Anforderungen überwiegend in Abschnitt 5.14 zu kollaborativen Anwendungen aufgegangen. Welche Art passt, folgt aus der Risikobeurteilung des Arbeitsplatzes. Kombinationen mehrerer Arten sind möglich.

Gilt ISO/TS 15066 noch?

Die Inhalte der ISO/TS 15066:2016 sind laut Vorwort überwiegend in ISO 10218-2:2025 eingeflossen. Für neue kollaborative Anwendungen ist deshalb ISO 10218-2:2025 der maßgebliche Bezugspunkt. Die Körpermodelle und Grenzwerte zur Kraftbegrenzung werden in der Praxis weiter genutzt. Klären Sie den Normstand im Einzelfall mit Fachleuten.

Ihre Aufgabe, unser Kontakt.Der passende Roboter aus Shanghai.

Beschreiben Sie, was der Roboter tun soll. Wir suchen über unseren direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai das passende Modell und klären die Unterlagen, die Ihr Werk für die Freigabe braucht.

Roboter anfragen →Pilot-Lastenheft erstellenTermin vereinbaren

Deutsche Anforderungen. Chinesisches Tempo. Unverbindlich, per E-Mail an vertrieb@phoenixone.ai.