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Begriffe · Glossar

Humanoider Roboter.Was der Begriff bedeutet.

Ein humanoider Roboter ist nach ISO 8373:2021, Begriff 4.15.5, ein Roboter mit Rumpf, Kopf und Gliedmaßen, der wie ein Mensch aussieht und sich wie ein Mensch bewegt. Die Norm ordnet ihn als Unterart des mobilen Roboters ein.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Glasfigur eines humanoiden Roboters auf einem Silbersockel, davor geschichtete Glasplatten wie Normblätter, kupferne Kante
Vor dem Pilot: Konformität, Risikobeurteilung, Arbeitsschutz.

01  Definition

Humanoider Roboter: die Erklärung.

Die Robotik-Begriffsnorm ISO 8373:2021 definiert den humanoiden Roboter unter Nummer 4.15.5 als Roboter mit Körper, Kopf und Gliedmaßen, der menschlich aussieht und sich menschenähnlich bewegt. Er steht dort unter dem Oberbegriff mobiler Roboter (4.15), also einem Roboter, der sich unter eigener Steuerung fortbewegen kann. Daneben kennt die Norm Radroboter (4.15.1), Laufroboter (4.15.2) und zweibeinige Roboter (4.15.3). Im Markt heißen auch Modelle mit menschenähnlichem Oberkörper auf einem Fahrwerk Humanoide. Fachleute sprechen dann von radbasierten Humanoiden.

Der Grund für die Menschengestalt liegt in der Umgebung. Werkshallen, Regale, Treppen, Griffe und Handwerkzeuge sind für Menschen gebaut. Ein Roboter mit zwei Armen und ähnlicher Reichweite soll solche Arbeitsplätze ohne großen Umbau nutzen können. Ein zweites Argument kommt aus der Forschung: Menschliche Bewegungsdaten lassen sich zum Training nutzen. Die Arbeit HumanPlus (arXiv:2406.10454) trainierte dafür eine Steuerung in der Simulation mit rund 40 Stunden menschlicher Bewegungsdaten.

Rechtlich ist ein Humanoide im Werk eine Maschine. Ab dem 20. Januar 2027 gilt dafür die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Eine eigene veröffentlichte Sicherheitsnorm für zweibeinige Industrieroboter gibt es Stand Oktober 2026 nicht. ISO 25785-1 zu dynamisch stabilen industriellen Mobilrobotern liegt als Komiteeentwurf vor. Bis dahin stützt sich die Risikobeurteilung vor allem auf ISO 12100:2010, ISO 10218-1:2025 und ISO 13849-1:2023.

Ehrlich bleibt festzuhalten: Traglast, Laufzeit pro Akkuladung und Taktzeit vieler Humanoide liegen unter denen klassischer Industrieroboter. Für eine feste, schnelle oder schwere Aufgabe an einem Ort ist ein Industrieroboter oder ein Cobot meist die bessere Wahl. Der Humanoide spielt seine Stärke dort aus, wo wechselnde Aufgaben in einer für Menschen gebauten Umgebung anfallen. Stand Oktober 2026 laufen viele Einsätze in der Industrie als Pilotprojekte.

02  Industrie

Was das für ein großes Werk heißt.

Für ein großes Werk ist ein humanoider Roboter vor allem für Aufgaben interessant, die heute zwischen Stationen pendeln: Behälter holen, Teile umsetzen, Material bereitstellen. Vor einem Pilot sollten Traglast, Laufzeit, Schutzart und die Sicherheitsfunktionen des Modells mit der Risikobeurteilung abgeglichen werden. Die Freigabe im Konzern hängt meist an EHS, IT/OT-Security und Betriebsrat.

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03  Abgrenzung

Abgrenzung zu verwandten Begriffen.

BegriffUnterschied
IndustrieroboterEin Industrieroboter nach ISO 8373:2021 (3.6) ist ein in drei oder mehr Achsen programmierbarer Manipulator, meist fest montiert und auf eine Aufgabe ausgelegt.
CobotEin Cobot ist ein Roboterarm für kollaborative Anwendungen, der sich in der Regel nicht selbst durch die Halle bewegt.
Vierbeiniger RoboterEin Vierbeiner läuft auf vier Beinen und ist vor allem für Inspektion und unebenes Gelände gebaut, nicht für Greifarbeit mit zwei Händen.

05  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Was ist ein humanoider Roboter?

Ein humanoider Roboter ist ein Roboter mit Rumpf, Kopf, Armen und meist Beinen, der menschenähnlich aussieht und sich so bewegt. Die Norm ISO 8373:2021 definiert ihn unter Begriff 4.15.5 und ordnet ihn den mobilen Robotern zu. In der Industrie gelten auch Modelle mit menschenähnlichem Oberkörper auf Rädern als Humanoide.

Gibt es eine Sicherheitsnorm für humanoide Roboter?

Eine veröffentlichte Sicherheitsnorm speziell für humanoide Industrieroboter gibt es Stand Oktober 2026 nicht. Das Projekt ISO 25785-1 für dynamisch stabile industrielle Mobilroboter liegt als Komiteeentwurf vor. Bis dahin nutzen Hersteller und Betreiber ISO 12100 für die Risikobeurteilung, ISO 10218-1 und -2 für Roboter und Anwendungen sowie ISO 13849-1 für Sicherheitssteuerungen.

Wann ist ein Industrieroboter besser als ein Humanoide?

Ein klassischer Industrieroboter ist meist besser, wenn eine Aufgabe fest an einem Ort stattfindet, schnell getaktet ist oder hohe Lasten verlangt. Er ist ausgereift, genormt und in der Regel günstiger pro Zyklus. Ein Humanoide lohnt sich eher bei wechselnden Aufgaben in einer Umgebung, die für Menschen gebaut ist und nicht umgebaut werden soll.

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