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Branche · Schiffbau

Humanoide Roboter im Schiffbau.Die Werft ist für Menschen gebaut.

Humanoide Roboter im Schiffbau sind Stand Oktober 2026 noch in der Entwicklung. Das bekannteste Vorhaben ist ein Projekt koreanischer Werftkonzerne mit einem US-Hersteller für humanoide Schweißroboter, Feldtests sind dort laut Projektpartnern ab 2027 geplant. Werften sind ein naheliegendes Feld, weil Schiffssektionen enge Räume, Leitern und Schotten haben, in die feste Automation nicht passt. Im Bau von Schiffen und schwimmenden Konstruktionen (WZ 30.11) arbeiteten laut Destatis Ende September 2025 rund 11.500 Menschen in 55 Betrieben ab 20 tätigen Personen. Heute realistisch sind Inspektion und Materiallogistik.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Ein humanoider Roboter aus Glas und Silber steht in einem Modell einer Fertigungshalle, Gelenke kupfern
Humanoide Roboter in der Industrie: Pilot an einer Station, dann in die Fläche.

01  Aufgaben

Humanoide Roboter auf der Werft: Aufgaben und Reifegrad.

AufgabeReifegrad Stand 2026Einschätzung
Schweißen in Doppelboden und SektionenEntwicklung, Feldtests ab 2027 geplantZiel vieler Werften, aber noch nicht einsatzbereit.
Material und Kleinteile zu Arbeitsplätzen im Schiff bringenFür einen Piloten denkbarTreppen und Niedergänge sind schwierig, Tragen auf Leitern kaum möglich.
Paneele schweißen in der HalleEtabliert mit PortalanlagenHier lohnt kein Humanoide, die Paneelstraße ist automatisiert.
Inspektion von Tanks und engen RäumenErprobt mit Vierbeinern und Kriechrobotern in anderen BranchenEx-Schutz und Funkabschattung im Stahlrumpf beachten.
Konservierung und Lackierung im SchiffUngeeignetLösemitteldämpfe, Ex-Schutz und Atemschutz, keine Zulassung für Humanoide bekannt.
Ausrüstung, Kabelzug, RohrleitungsbauUngeeignet Stand 2026Lange, schwere und biegsame Teile in engen Räumen.

02  Anforderungen

Enge Räume, Schweißrauch, Stahl: die Bedingungen auf der Werft.

Ein Schiffsrumpf ist ein Labyrinth aus Stahl. Arbeitsplätze im Doppelboden oder in Tanks erreicht man über Mannlöcher und Leitern. Fest installierte Roboter kommen dort nicht hin. Deshalb setzen Werften Hoffnung in Roboter mit menschlicher Gestalt. Die Schwierigkeit: Ein Humanoide muss in diesen Räumen sicher stehen, klettern und sich abstützen, ohne zu stürzen. Das ist Stand Oktober 2026 nicht gelöst.

Schweißrauch und Hitze sind die zweite Herausforderung. In geschlossenen Räumen sammeln sich Rauch und Gase, Atemschutz und Absaugung sind Pflicht für Beschäftigte. Für einen Roboter bedeuten Rauch und Spritzer Verschmutzung von Kameras und Sensoren.

Drittens die Kommunikation. Ein Stahlrumpf schirmt Funk weitgehend ab. Ein Roboter, der auf Fernüberwachung oder Teleoperation angewiesen ist, braucht dort eigene Funktechnik oder muss autonom arbeiten. Für große Werften ist das ein Planungsthema, bevor ein Pilot startet.

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03  Vorschriften

Arbeitsschutz im Schiffbau mit Fundstelle.

RegelFundstelleBezug
TRGS 528Schweißtechnische ArbeitenSchutzmaßnahmen gegen Schweißrauch, auch wenn Roboter schweißen und Menschen in der Nähe arbeiten.
DGUV Regel 113-004Behälter, Silos und enge RäumeRegelt Arbeiten in engen Räumen, etwa Freigabe, Sicherungsposten und Rettung.
Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)§ 6Beurteilung von Schweißrauch, Lösemitteln und Gasen.
Maschinenverordnung (EU) 2023/1230Art. 54Neue Schweiß-Humanoide müssen ab 20. Januar 2027 diese Verordnung erfüllen, wenn sie in der EU in Verkehr kommen.
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)§ 3Absturz- und Stolpergefahren des Roboters auf Gerüsten und in Sektionen gehören in die Gefährdungsbeurteilung.

04  Projekte

Belegte Projekte für Humanoide in Werften.

Das bekannteste Projekt kommt aus Südkorea. Laut einer Pressemitteilung vom Mai 2025 haben HD Korea Shipbuilding and Offshore Engineering und HD Hyundai Robotics mit Persona AI und Vazil Company eine Absichtserklärung über humanoide Schweißroboter unterzeichnet. Laut Smart Maritime Network folgte im März 2026 ein Vertrag über die gemeinsame Entwicklung. Ein Prototyp soll Ende 2026 fertig sein, Feldtests und Einführung sind ab 2027 geplant.

Aus deutschen Werften sind uns Stand Oktober 2026 keine Humanoiden-Piloten bekannt. Schiffe entstehen in kleinen Serien oder als Einzelstücke mit viel Handarbeit. Das ist grundsätzlich ein Feld für vielseitige Roboter, sobald sie reif sind.

Laut Destatis lag die Zahl der Betriebe im gesamten Schiff- und Bootsbau (WZ 30.1) Ende September 2025 bei 82 mit rund 16.700 Beschäftigten. Der Umsatz der Gruppe wird in der Statistik aus Geheimhaltungsgründen nicht ausgewiesen.

05  Vorgehen

Wie eine Werft heute starten kann.

  1. Mit Inspektion beginnen

    Kontrollgänge in Hallen, Docks und Außenflächen eignen sich für Vierbeiner, die heute in Serie verfügbar sind.

  2. Logistik im Schiff testen

    Wege, Niedergänge und Funkabdeckung aufnehmen. Daraus folgt, ob ein Humanoide überhaupt an die Arbeitsplätze kommt.

  3. Markt beobachten

    Schweiß-Humanoide sind in Entwicklung. Feldtests in Korea ab 2027 liefern die ersten Daten.

  4. Geräte anfragen

    PhoenixOne sucht über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai Vierbeiner und Humanoide mit hoher Schutzart und fordert Unterlagen zu Funk, Schutzart und Konformität an.

  5. Enge Räume ausschließen

    Bis gesicherte Erfahrungen vorliegen, arbeitet kein Roboter allein in Tanks oder Doppelböden.

06  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Gibt es humanoide Schweißroboter für Werften?

Sie sind in Entwicklung. Laut Smart Maritime Network haben HD Hyundai, HD KSOE und Persona AI im März 2026 einen Entwicklungsvertrag für humanoide Schweißroboter unterzeichnet. Ein Prototyp soll Ende 2026 fertig sein, Feldtests sind ab 2027 geplant. Serienreife Produkte gibt es Stand Oktober 2026 nicht.

Warum sind Humanoide für den Schiffbau interessant?

Schiffssektionen haben enge Räume, Mannlöcher, Leitern und Schotten. Fest installierte Roboter erreichen diese Arbeitsplätze nicht. Ein Roboter in Menschengestalt könnte sie theoretisch nutzen. Sicheres Klettern, Abstützen und Arbeiten in engen Räumen ist für Humanoide aber Stand Oktober 2026 noch nicht gelöst.

Welche Regeln gelten für Arbeiten in engen Räumen auf der Werft?

Die DGUV Regel 113-004 beschreibt Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen, unter anderem Erlaubnisschein, Sicherungsposten und Rettung. Für Schweißrauch gilt die TRGS 528. Ein Roboter ändert diese Pflichten für Beschäftigte nicht. Er muss in Gefährdungsbeurteilung und Rettungskonzept berücksichtigt werden.

Wie viele Werften gibt es in Deutschland?

Laut Destatis gab es Ende September 2025 im Schiff- und Bootsbau 82 Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen mit rund 16.700 Beschäftigten. Davon entfielen 55 Betriebe mit 11.460 Beschäftigten auf den Bau von Schiffen und schwimmenden Konstruktionen. Kleinere Betriebe sind nicht erfasst.

Was kann ein Vierbeiner auf einer Werft tun?

Ein Vierbeiner kann Kontrollgänge in Hallen, auf Docks und an Außenanlagen übernehmen, Wärmebilder aufnehmen, Anzeigen ablesen und Auffälligkeiten melden. In Tanks und engen Räumen sind Funkabschattung, Ex-Schutz und Rettung zu klären. Für Schweiß- oder Montagearbeiten ist ein Vierbeiner nicht gedacht.

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