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Spezial · Vierbeiner-Inspektion

Vierbeiner-Roboter für Inspektion.Der reifste mobile Roboter für Anlagen.

Vierbeiner-Roboter für Inspektion laufen auf vier Beinen durch Industrieanlagen, steigen Treppen, queren Gitterroste und tragen Kameras, Wärmebildkameras, Mikrofone und Gassensoren. Sie sind 2026 die am weitesten entwickelte Gruppe mobiler Roboter für Anlageninspektion. Mehrere Modelle sind laut Hersteller nach IP67 geschützt und werden in Serie angeboten, etwa Unitree B2 und DEEP Robotics X30. Laut DEEP Robotics läuft ein X30 in unterirdischen Kabeltunneln von Singapore Power. Für explosionsgefährdete Bereiche braucht ein Vierbeiner eine eigene Zulassung. Belegt ist das zum Beispiel für ANYmal X von ANYbotics bis Zone 1.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Drei Glasfiguren nebeneinander: zweibeiniger Roboter, Roboter auf Rädern, Vierbeiner, auf Silberplatte
Drei Roboterklassen. Welche passt, entscheidet die Aufgabe.

01  Modelle

Industrie-Vierbeiner im Überblick: Herstellerangaben Stand Oktober 2026.

ModellSchutzart laut HerstellerLaufzeit laut HerstellerLast laut HerstellerStatus
Unitree B2IP674 bis 6 hGehlast über 40 kgSerie
Unitree B2-W (Rad-Bein)IP67bis 25 km mit 40 kg LastGehlast über 40 kgSerie
Unitree A2IP56, A2-PRO IP56 bis IP67über 5 h ohne LastDauer-Gehlast ca. 25 kgSerie
DEEP Robotics X30 / X30 ProIP672,5 bis 4 hkeine AngabeSerie
DEEP Robotics LYNX M20 / M20S (Rad-Bein)IP66 / IP673 bis 3,5 h ohne Last (M20)Nutzlast 15 kg (M20), 36 kg (M20S)Serie
AgiBot D1 Max (Rad-Bein)IP67mindestens 5 h ohne LastNennlast 25 kgVorserie/Pilot
MagicLab MagicDog Y1IP674 bis 6 hdynamisch 45 kgangekündigt
ANYbotics ANYmal XIP67keine aktuelle AngabeInspektionsnutzlastATEX und IECEx bis Zone 1 IIB

02  Ablauf

So arbeitet ein Inspektions-Vierbeiner in der Anlage.

  1. Karte und Route

    Der Roboter wird einmal durch die Anlage geführt und erstellt mit LiDAR eine Karte. Darauf legt das Team Route und Prüfpunkte fest.

  2. Autonomer Rundgang

    Zu festen Zeiten verlässt der Roboter die Ladestation und läuft die Route ab, auch über Treppen und Gitterroste, wenn das Modell dafür freigegeben ist.

  3. Messen an Prüfpunkten

    Er richtet Zoomkamera, Wärmebildkamera oder Mikrofon auf den Prüfpunkt, liest Anzeigen ab und misst Temperaturen oder Gaswerte.

  4. Auswerten

    Die Software vergleicht mit Grenzwerten und früheren Rundgängen. Abweichungen gehen als Meldung an Leitwarte oder Instandhaltung.

  5. Laden und Daten übertragen

    Zurück an der Station lädt der Roboter und überträgt Bilder und Messwerte. Bei Rad-Bein-Modellen ist die Reichweite auf ebenen Strecken größer.

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03  Stärken

Warum Vierbeiner in Anlagen weiter sind als Humanoide.

Ein Vierbeiner steht auf vier Punkten. Das macht ihn auf Treppen, Gitterrosten und unebenem Boden stabiler als einen zweibeinigen Roboter. Er braucht keine Hände für seine Hauptaufgabe, denn Inspektion heißt vor allem sehen, hören und messen. Deshalb sind Vierbeiner technisch einfacher und schon länger in Serie.

Laut einem Bericht von Caixin zählen State Grid, China Southern Power Grid und Baosteel zu den Kunden von DEEP Robotics für Inspektionsroboter. Laut DEEP Robotics arbeiten LYNX M20 und X30 bei State Grid Linyi gemeinsam im 220-kV-Umspannwerk Xianggong. Solche Einsätze in Energie und Stahl zeigen, wohin die Technik heute reicht.

Grenzen gibt es trotzdem. Türen, Aufzüge und Drehkreuze sind für einen Vierbeiner ohne Arm schwer. Manche Modelle können einen Arm tragen, das kostet aber Laufzeit und Nutzlast. Schwere Ventile oder verklemmte Klappen bleiben Aufgaben für Menschen.

04  Kennzahlen

Pilot-Kennzahlen für Inspektions-Vierbeiner.

  • Routenabdeckung: Anteil der geplanten Prüfpunkte, die pro Rundgang erreicht wurden.
  • Autonomiequote: Rundgänge ohne menschlichen Eingriff geteilt durch alle Rundgänge.
  • Messqualität: Abweichung von Temperatur- und Ablesewerten gegenüber Referenzmessungen.
  • Befunde: echte Auffälligkeiten, die früher erkannt wurden als bisher, und Fehlalarme.
  • Wetter und Gelände: Ausfälle durch Regen, Schnee, Hitze oder Stürze.
  • Wegezeit Mensch: eingesparte Kontrollgänge in entlegene oder belastende Bereiche.

05  Auswahl

Den richtigen Vierbeiner wählen: fünf Fragen vor der Anfrage.

  • Wo läuft er? Innen, außen oder beides. Für Außenanlagen zählen Schutzart und Temperaturbereich, für Innenanlagen eher Treppen und enge Gänge.
  • Wie lang ist die Route? Lange ebene Strecken sprechen für Rad-Bein-Modelle, viele Treppen für reine Laufroboter.
  • Was soll er messen? Die Sensorpakete unterscheiden sich stark. Wärmebild, Akustik und Gas sind nicht bei jedem Modell verfügbar.
  • Gibt es Ex-Zonen? Wenn ja, scheiden alle Geräte ohne passende Zulassung für diese Bereiche aus.
  • Wohin gehen die Daten? Für Betreiber kritischer Infrastruktur ist ein Betrieb ohne Herstellercloud oft Bedingung.

06  Recht

Recht und Sicherheit beim Einsatz von Vierbeinern.

Ein Inspektions-Vierbeiner ist eine Maschine und braucht eine CE-Kennzeichnung nach der Maschinenrichtlinie, ab dem 20. Januar 2027 nach der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Hat er Funkmodule, gilt zusätzlich die Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU. Für Ex-Bereiche ist eine Zulassung nach der Richtlinie 2014/34/EU nötig. Die Daten des Roboters ersetzen keine Prüfung durch befähigte Personen nach § 14 Betriebssicherheitsverordnung. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Kameras am Vierbeiner erfassen Beschäftigte und Fremdfirmen. Regeln Sie Aufnahmen, Speicherfristen und Zugriff vorab mit Datenschutz und Betriebsrat.

PhoenixOne vermittelt Inspektions-Vierbeiner über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai. Wir vergleichen für Sie die Angaben zu Schutzart, Laufzeit, Sensorpaketen und Zulassungen und fordern Konformitätsunterlagen vorab an.

07  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Was kann ein Vierbeiner-Roboter in der Inspektion?

Ein Inspektions-Vierbeiner läuft feste Routen durch Anlagen, steigt Treppen und quert Gitterroste. Er liest Anzeigen ab, nimmt Wärmebilder, Geräusche und je nach Ausstattung Gaswerte auf und meldet Abweichungen. Ventile drehen oder Türen öffnen kann er ohne zusätzlichen Arm in der Regel nicht.

Welche Schutzart haben Industrie-Vierbeiner?

Laut Herstellerangaben sind mehrere Modelle nach IP67 geschützt, etwa Unitree B2, DEEP Robotics X30 und AgiBot D1 Max. IP67 bedeutet staubdicht und Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen. Andere Modelle liegen bei IP56 oder IP66. Prüfen Sie die Schutzart immer im Datenblatt des konkreten Modells.

Wie lange läuft ein Inspektions-Vierbeiner mit einer Akkuladung?

Laut Herstellern zwischen etwa zweieinhalb und sechs Stunden. Unitree nennt für den B2 vier bis sechs Stunden, DEEP Robotics für den X30 zweieinhalb bis vier Stunden. Last, Kälte und Treppen verkürzen die Laufzeit. Rad-Bein-Modelle schaffen auf ebenen Strecken größere Entfernungen.

Sind Vierbeiner besser für Inspektion als humanoide Roboter?

Für reine Inspektion heute meist ja. Vierbeiner stehen stabiler, steigen sicher Treppen und sind von mehreren Herstellern in Serie mit hoher Schutzart erhältlich. Humanoide sind dann im Vorteil, wenn unterwegs auch Handgriffe wie Ventil drehen oder Taster drücken nötig sind.

Gibt es Vierbeiner mit Ex-Zulassung?

Ja, aber wenige. Laut ANYbotics ist ANYmal X nach ATEX und IECEx bis Zone 1 für Gasgruppe IIB zugelassen. Für die von uns erfassten chinesischen Industrie-Vierbeiner haben wir keine veröffentlichte Ex-Zulassung gefunden. Lassen Sie sich vor jedem Einsatz in Ex-Bereichen das Zertifikat vorlegen.

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