Einsatz · Inspektionsrundgang
Inspektionsrundgang mit Robotern.Der Kontrollgang, der jede Schicht gleich läuft.
Beim Inspektionsrundgang mit Robotern läuft ein mobiler Roboter eine feste Route durch Anlage oder Halle, liest Manometer und Füllstände ab, nimmt Wärmebilder und Geräusche auf und meldet Abweichungen. Für Anlagen mit Treppen, Gitterrosten und Außenbereichen sind heute vierbeinige Inspektionsroboter am weitesten. Unitree B2 und DEEP Robotics X30 sind laut Hersteller nach IP67 geschützt und werden in Serie angeboten. Humanoide wie der DR02 von DEEP Robotics mit IP66 sind laut Hersteller in der Vorserie. Ein Humanoide lohnt sich auf dem Rundgang erst, wenn er unterwegs auch Ventile, Taster oder Klappen bedienen soll.
Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
01 Ablauf
So läuft ein Inspektionsrundgang mit einem Roboter ab.
Route anlegen
Die Route wird einmal mit dem Roboter abgegangen. Dabei legt das Team die Prüfpunkte fest: Anzeigen, Pumpen, Motoren, Flansche, Schaltschränke.
Rundgang starten
Zu festen Zeiten oder auf Abruf verlässt der Roboter seine Ladestation und läuft die Route selbstständig ab. Türen und Aufzüge brauchen eine Anbindung oder einen Ersatzweg.
Daten erfassen
An jedem Prüfpunkt nimmt der Roboter Fotos, Wärmebilder, Ton oder Gaswerte auf. Analoge Anzeigen liest die Software aus dem Bild ab.
Abweichungen melden
Die Software vergleicht die Werte mit Grenzwerten und früheren Rundgängen. Auffälligkeiten gehen an die Leitwarte oder als Auftrag an die Instandhaltung.
Zurück zur Ladestation
Nach dem Rundgang fährt der Roboter zurück, lädt und überträgt die Daten. Der Bericht steht der Schicht zur Verfügung.
02 Anforderungen
Anforderungen an Inspektionsroboter auf dem Kontrollgang.
| Merkmal | Bedarf auf dem Rundgang | Herstellerangaben als Beispiel |
|---|---|---|
| Gelände | Treppen, Gitterroste, Schwellen, Außenflächen | Vierbeiner sind für unebenes Gelände gebaut |
| Schutzart | Regen, Staub, Reinigungswasser | Unitree B2: IP67. DEEP Robotics X30: IP67. DEEP Robotics DR02: IP66 |
| Laufzeit | Mindestens ein vollständiger Rundgang pro Ladung | Unitree B2: 4 bis 6 h. DEEP Robotics X30: 2,5 bis 4 h |
| Sensorik | Kamera, Wärmebild, Mikrofon, optional Gas | Sensorpakete je nach Hersteller und Modell |
| Temperatur | Außenanlagen im Winter, heiße Bereiche | DEEP Robotics nennt für den DR02 minus 20 bis 55 Grad |
| Manipulation | Ventil drehen, Taster drücken, Tür öffnen | Nur mit Arm oder bei Humanoiden möglich |
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03 Abgrenzung
Vierbeiner oder Humanoide für den Kontrollgang?
Für reine Inspektion ist der Vierbeiner heute die reifere Lösung. Er steht auf vier Beinen stabil, steigt Treppen und kommt mit Gitterrosten und Außenflächen zurecht. Mehrere Hersteller bieten ihn als Serienprodukt mit hoher Schutzart an. Laut DEEP Robotics patrouilliert ein X30 bei Singapore Power in unterirdischen Kabeltunneln.
Ein Humanoide ist auf dem Rundgang nur dann sinnvoll, wenn er unterwegs handeln soll. Beispiele sind das Quittieren einer Störung am Bedienpanel, das Öffnen einer Klappe oder das Drehen eines Handventils. Dafür braucht er Hände und eine Körpergröße wie ein Mensch. Laut einem Bericht von Xpeng ist ein Einsatz des Humanoiden IRON bei Baosteel für industrielle Inspektion geplant. Laut Bericht umfasst die Kooperation von Schaeffler und Leju auch Inspektion in Fabriken.
Wo dieselben Messpunkte dauerhaft überwacht werden sollen, ist feste Sensorik oft günstiger als jeder Roboter. Schwingungssensoren an Pumpen oder fest montierte Wärmebildkameras an Schaltanlagen messen ohne Unterbrechung. Der Roboter lohnt sich bei vielen verteilten Messpunkten, die einzeln nicht verkabelt werden sollen.
04 Kennzahlen
Pilot-Kennzahlen für Inspektionsrundgänge.
- Vollständigkeit: Anteil der Prüfpunkte, die pro Rundgang erfolgreich erfasst wurden.
- Ablesegenauigkeit: Abweichung der automatisch gelesenen Anzeigewerte vom manuellen Ablesen.
- Abbrüche: Rundgänge, die der Roboter wegen Hindernis, Tür oder Akku abbrechen musste.
- Funde: Abweichungen, die der Roboter erkannt hat, und wie viele davon echte Befunde waren.
- Eingesparte Wege: Rundgänge, die Beschäftigte nicht mehr in gefährliche oder entlegene Bereiche führen.
- Wetterfestigkeit: Ausfälle bei Regen, Kälte oder Hitze auf Außenstrecken.
05 Sicherheit
Sicherheit und Recht beim Rundgang mit Robotern.
Ein Inspektionsroboter ersetzt keine vorgeschriebene Prüfung durch eine befähigte Person. Die Betriebssicherheitsverordnung legt in § 14 Prüfungen von Arbeitsmitteln fest, die von befähigten Personen durchgeführt werden. Der Roboter kann Daten liefern, die diese Prüfungen unterstützen. Die Bewertung und Verantwortung bleiben beim Menschen. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Führt der Rundgang durch explosionsgefährdete Bereiche, darf nur ein Gerät mit passender Zulassung nach der Richtlinie 2014/34/EU dort eingesetzt werden. Die meisten Vierbeiner und Humanoide haben keine solche Zulassung. Erfasst der Roboter mit Kameras Beschäftigte oder Fremdfirmen, gelten die Regeln der Datenschutz-Grundverordnung. Legen Sie Route, Aufnahmen und Speicherfristen vorab mit Datenschutz und Betriebsrat fest.
Für Inspektionsrundgänge fragen wir über unseren direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai Schutzart, Temperaturbereich, Laufzeit und verfügbare Sensorpakete ab. Bei Ex-Bereichen klären wir zuerst, ob überhaupt eine Zulassung vorliegt.
06 Route
Die erste Route: klein anfangen, sauber messen.
Eine gute erste Route ist kurz, hat zwanzig bis vierzig Prüfpunkte und wird heute schon regelmäßig von Menschen abgegangen. So liegen Vergleichswerte vor. Treppen und Außenbereiche gehören erst in die zweite Ausbaustufe, wenn der Roboter auf der Grundroute zuverlässig läuft.
Beziehen Sie die Beschäftigten ein, die den Rundgang heute machen. Sie wissen, wo Anzeigen schwer lesbar sind, welche Geräusche normal sind und wo es im Winter glatt wird. Dieses Wissen fließt in die Grenzwerte der Software ein.
07 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Kann ein Roboter Kontrollgänge in einer Anlage übernehmen?
Ja, mobile Inspektionsroboter laufen feste Routen ab, lesen Anzeigen, nehmen Wärmebilder und Geräusche auf und melden Abweichungen. Am weitesten sind dafür vierbeinige Roboter, die Treppen und Gitterroste bewältigen. Die vorgeschriebenen Prüfungen durch befähigte Personen ersetzt der Roboter nicht, er liefert ihnen aber Daten.
Warum Vierbeiner und nicht Humanoide für Inspektion?
Vierbeiner stehen stabiler, steigen Treppen und werden von mehreren Herstellern als Serienprodukt mit IP67 angeboten. Humanoide für Inspektion sind meist noch in der Vorserie. Ein Humanoide lohnt sich erst, wenn er auf dem Rundgang auch Ventile, Taster oder Klappen bedienen soll.
Welche Sensoren braucht ein Inspektionsroboter?
Üblich sind eine Zoomkamera zum Ablesen von Anzeigen, eine Wärmebildkamera für heiße Stellen, ein Mikrofon für auffällige Geräusche und je nach Anlage ein Gassensor. Dazu kommt LiDAR für die Navigation. Welche Pakete verfügbar sind, hängt vom Hersteller ab. Legen Sie die Sensorik nach den Prüfpunkten fest.
Dürfen Inspektionsroboter in Ex-Bereiche?
Nur mit einer Zulassung nach der Richtlinie 2014/34/EU für die jeweilige Zone. Die meisten Vierbeiner und Humanoide haben keine solche Zulassung. Für Zone 1 gibt es zugelassene Vierbeiner, etwa ANYmal X von ANYbotics. Lassen Sie sich das Zertifikat immer vorlegen, bevor ein Gerät in einen Ex-Bereich geht.
Wie lange hält ein Inspektionsroboter durch?
Laut Herstellerangaben läuft ein Unitree B2 vier bis sechs Stunden, ein DEEP Robotics X30 zweieinhalb bis vier Stunden. Für die Planung zählt, ob ein vollständiger Rundgang mit Reserve in eine Ladung passt. Kälte und Steigungen verkürzen die Laufzeit. Messen Sie das im Piloten auf Ihrer Route.
Quellen · Stand Oktober 2026
- Unitree B2, Produktseite
- DEEP Robotics Jueying X30, Produktseite
- DEEP Robotics DR02, Produktseite
- Humanoids Daily: DEEP Robotics stellt DR02 vor (09.10.2025)
- TechNode: DEEP Robotics liefert X30 an Singapore Power (07.01.2025)
- CnEVPost: Xpeng unveils next-gen IRON humanoid robot (05.11.2025)
- Humanoids Daily: Schaeffler und Leju Robotics vereinbaren Kooperation (02.03.2026)
- ANYbotics: ANYmal X
- Betriebssicherheitsverordnung § 14
- Richtlinie 2014/34/EU (ATEX-Produktrichtlinie)
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.
08 Weiter
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