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Spezial · Thermografie

Inspektionsroboter mit Thermografie.Heiße Stellen finden, bevor etwas ausfällt.

Inspektionsroboter mit Thermografie tragen eine Wärmebildkamera durch Werk und Anlage und messen die Oberflächentemperatur von Schaltanlagen, Klemmen, Motoren, Lagern und Rohrleitungen bei jedem Rundgang. Erhöhte Temperaturen deuten auf lose Verbindungen, Überlast oder Lagerschäden hin. Für die thermografische Prüfung elektrischer Anlagen ist in Deutschland die Norm DIN 54191 maßgeblich, die Sachversicherer ergänzen das mit der Richtlinie VdS 2858. Laut ANYbotics misst die Wärmebildkamera des ANYmal X von minus 10 bis plus 400 Grad. Der Roboter liefert regelmäßige Messwerte. Die Bewertung der Befunde bleibt bei qualifizierten Fachleuten.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Drei Glasfiguren nebeneinander: zweibeiniger Roboter, Roboter auf Rädern, Vierbeiner, auf Silberplatte
Drei Roboterklassen. Welche passt, entscheidet die Aufgabe.

01  Ablauf

Thermografie-Rundgang mit einem Roboter.

  1. Messpunkte festlegen

    Elektrofachkräfte und Instandhaltung bestimmen, welche Betriebsmittel aus welcher Position aufgenommen werden: Schaltschränke, Sammelschienen, Motoren, Pumpenlager, Dampfleitungen.

  2. Gleiche Position, gleicher Winkel

    Der Roboter fährt jeden Messpunkt immer aus derselben Position an. So werden Bilder über Wochen vergleichbar.

  3. Aufnehmen

    Er nimmt ein radiometrisches Wärmebild und ein normales Foto auf. Das Foto hilft später bei der Zuordnung.

  4. Auswerten

    Die Software vergleicht die Temperaturen mit Grenzwerten, mit gleichartigen Betriebsmitteln daneben und mit früheren Rundgängen. Steigende Trends werden markiert.

  5. Befund bewerten

    Eine qualifizierte Person prüft auffällige Bilder, ordnet den Befund ein und veranlasst die Instandsetzung.

02  Anforderungen

Anforderungen an Kamera und Roboter.

MerkmalWarum es zähltWas zu fragen ist
Radiometrische KameraNur sie liefert Temperaturwerte pro Bildpunkt, nicht nur ein FarbbildMessbereich, Genauigkeit, Auflösung
MessbereichElektrik, Motoren und Dampfleitungen liegen in unterschiedlichen BereichenANYmal X laut Hersteller minus 10 bis plus 400 Grad
Zoom und AbstandKleine Klemmen aus sicherer Entfernung erfassenOptischer Zoom, Mindestabstand zu aktiven Teilen
Schwenk-Neige-KopfMesspunkte in unterschiedlicher HöheBewegungsbereich des Kamerakopfs
Wiederholgenauigkeit der PositionVergleichbare Bilder über WochenLokalisierung des Roboters am Messpunkt
DatenexportAuswertung in vorhandener InstandhaltungssoftwareDateiformat, Schnittstelle, Speicherort

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03  Grenzen

Grenzen der Thermografie vom Roboter aus.

Thermografie misst Oberflächentemperaturen über die abgegebene Wärmestrahlung. Blanke Metallflächen strahlen wenig ab und spiegeln die Umgebung. Ohne Korrektur des Emissionsgrads zeigt die Kamera dort falsche Werte. Fachleute arbeiten deshalb mit Vergleichsmessungen und Wissen über die Oberflächen. Ein Roboter mit Standardeinstellungen erkennt solche Fehler nicht von selbst.

Viele Fehler zeigen sich erst unter Last. Eine lose Klemme erwärmt sich nur, wenn Strom fließt. Läuft der Rundgang zu einer Zeit mit geringer Last, bleibt der Fehler unsichtbar. Planen Sie die Rundgänge deshalb zu Zeiten mit typischer Last und notieren Sie die Last zum Messzeitpunkt.

Geschlossene Schaltschränke sind ein weiteres Thema. Der Roboter kann in der Regel keine Schranktüren öffnen. Für den Blick hinein braucht es Infrarot-Fenster in den Türen oder einen Menschen. Ein Humanoide mit Händen könnte Türen öffnen, das wirft aber Fragen zum Arbeiten in der Nähe aktiver Teile auf.

Auch Sonne und Wetter stören. Draußen erwärmt Sonneneinstrahlung Oberflächen, Wind kühlt sie ab. Messungen im Freien sind deshalb am aussagekräftigsten bei bedecktem Himmel oder nachts, und das ist ein Vorteil eines Roboters, der zu festen Zeiten läuft.

04  Einsatzfelder

Wo Thermografie-Roboter im Werk am meisten bringen.

  • Niederspannungsverteilungen und Schaltanlagen: Klemmen, Sicherungen und Sammelschienen, sofern sie offen oder über Infrarot-Fenster sichtbar sind.
  • Transformatoren: Durchführungen, Kühler und Anschlüsse, besonders in Freiluftanlagen.
  • Motoren und Getriebe: Lagertemperaturen und Gehäuse, um Verschleiß früh zu erkennen.
  • Förderanlagen: Rollen und Lager auf langen Bandstrecken, die ein Mensch selten vollständig abgeht.
  • Dampf- und Wärmeleitungen: beschädigte Isolierungen und undichte Kondensatableiter.
  • Ladeplätze für Akkus: Wärmeentwicklung an Ladegeräten und Akkus, zum Beispiel von Staplern und mobilen Robotern.

05  Normen

Normen und Regeln für die Thermografie.

DIN 54191 „Zerstörungsfreie Prüfung, Thermografische Prüfung elektrischer Anlagen“ beschreibt, wie elektrische Anlagen thermografisch geprüft werden. Die Richtlinie VdS 2858 der Sachversicherer behandelt Thermografie in elektrischen Anlagen und den Aufbau des Prüfberichts. Eine Übersicht der in Deutschland gültigen Normen zur Thermografie hat das DIN veröffentlicht.

Ob ein Roboter Teil einer normgerechten Prüfung sein kann, hängt davon ab, ob Messbedingungen, Gerät und Bewertung die Anforderungen erfüllen. In der Praxis liefert der Roboter häufige Trendmessungen. Die formale Prüfung mit Bericht, etwa für den Sachversicherer, bleibt bei zertifizierten Thermografen. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Für Schaltanlagengebäude und Freiluftanlagen sind Vierbeiner mit Wärmebildkamera verbreitet. In engen Schaltanlagen mit vielen gleichartigen Feldern sind schienengeführte Roboter oder feste Kameras oft einfacher. PhoenixOne vermittelt über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai und fragt Kameradaten, Messbereich, Zoom und Exportformate ab. So können Sie vorab prüfen, ob die Messkette zu Ihren Anforderungen passt.

06  Kennzahlen

Pilot-Kennzahlen für Thermografie-Roboter.

  • Messabweichung: Temperaturdifferenz zwischen Roboter und Referenzmessung eines Thermografen am selben Punkt.
  • Bildvergleichbarkeit: Anteil der Messpunkte, die über Wochen aus gleicher Position aufgenommen wurden.
  • Befunde: echte Auffälligkeiten, die der Roboter vor einer manuellen Prüfung gefunden hat.
  • Fehlalarme: Meldungen durch Spiegelungen, Sonne oder falschen Emissionsgrad.
  • Messhäufigkeit: Wie oft wurde jeder Punkt gemessen, verglichen mit dem bisherigen Prüfintervall?

07  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Kann ein Roboter Thermografie in Schaltanlagen machen?

Ja, mobile Roboter mit radiometrischer Wärmebildkamera nehmen Schaltanlagen, Klemmen und Sammelschienen auf jedem Rundgang auf. Sie liefern häufige Trendmessungen. Geschlossene Schaltschränke bleiben ohne Infrarot-Fenster unsichtbar. Die formale Prüfung nach DIN 54191 mit Bericht bleibt in der Regel bei zertifizierten Thermografen.

Welche Norm gilt für Thermografie an elektrischen Anlagen?

Maßgeblich ist DIN 54191 „Zerstörungsfreie Prüfung, Thermografische Prüfung elektrischer Anlagen“. Die Sachversicherer haben mit der Richtlinie VdS 2858 eigene Vorgaben zur Thermografie in elektrischen Anlagen und zum Prüfbericht. Klären Sie mit Ihrem Versicherer, welche Anforderungen an Prüfer und Bericht gelten.

Warum misst die Wärmebildkamera auf Metall falsch?

Blanke Metallflächen haben einen niedrigen Emissionsgrad. Sie strahlen wenig eigene Wärme ab und spiegeln die Umgebung. Die Kamera zeigt dann eine Temperatur, die nicht stimmt. Fachleute korrigieren den Emissionsgrad oder messen an beschichteten Stellen. Ein Roboter braucht dafür feste Messpunkte mit bekannten Einstellungen.

Wann sollte ein Thermografie-Rundgang stattfinden?

Zu Zeiten mit typischer oder hoher Last. Viele elektrische Fehler wie lose Klemmen erwärmen sich nur, wenn Strom fließt. Bei geringer Last bleiben sie unsichtbar. Notieren Sie die Last zum Messzeitpunkt, damit Bilder über Wochen vergleichbar sind. Ein Roboter kann zu festen Zeiten messen.

Welchen Messbereich braucht eine Kamera am Inspektionsroboter?

Das hängt von den Messobjekten ab. Elektrik und Motoren liegen meist in einem niedrigeren Temperaturbereich als Dampfleitungen und Öfen. ANYbotics gibt für ANYmal X minus 10 bis plus 400 Grad an. Fragen Sie auch nach Genauigkeit und Auflösung, nicht nur nach dem Bereich.

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