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Einsatz · Wartung im Gefahrenbereich

Wartung im Gefahrenbereich.Der Roboter geht vor, der Mensch bleibt draußen.

Roboter für Wartung im Gefahrenbereich sollen Beschäftigte aus Bereichen mit Hitze, Gefahrstoffen, Absturzgefahr oder Enge heraushalten. Realistisch ist heute vor allem Inspektion vor dem Eingriff: Ein Vierbeiner oder Raupenroboter erkundet den Bereich, misst und filmt. Für einfache Handgriffe wie Ventil drehen, Taster drücken oder Probe nehmen kommen teleoperierte Humanoide oder Roboter mit Arm in Frage. Echte Instandsetzung mit Werkzeug bleibt in der Regel beim Menschen. Arbeiten in Behältern und engen Räumen regelt die DGUV Regel 113-004, Ex-Bereiche brauchen Geräte nach Richtlinie 2014/34/EU.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Eine Roboterhand aus Glas greift ein Werkstück auf einem silbernen Förderband, Kupferlinie verbindet zu einem Leitstand
Integration heißt: Roboter, Station, Leitsystem und Menschen zusammenbringen.

01  Ablauf

Ablauf eines Robotereinsatzes bei der Wartung im Gefahrenbereich.

  1. Auftrag und Freigabe

    Die Instandhaltung legt fest, was der Roboter tun soll. Der Bereich wird nach dem üblichen Freigabeverfahren vorbereitet, soweit das ohne Betreten möglich ist.

  2. Erkunden

    Der Roboter fährt oder läuft in den Bereich, liefert Bilder, Wärmebilder und Messwerte und zeigt, ob der Zustand dem Plan entspricht.

  3. Einfacher Eingriff

    Ein Bediener steuert den Roboter aus sicherer Entfernung. Er dreht ein Ventil, drückt einen Taster, setzt einen Sensor oder nimmt eine Probe.

  4. Kontrolle

    Der Roboter dokumentiert das Ergebnis mit Bildern und Messwerten. Erst danach entscheidet die Instandhaltung über weitere Schritte.

  5. Rückzug und Reinigung

    Der Roboter verlässt den Bereich. Bei Gefahrstoffen wird er nach einem festgelegten Verfahren gereinigt, bevor ihn jemand anfasst.

02  Anforderungen

Anforderungen an Roboter für Gefahrenbereiche.

MerkmalBedarfWas beim Hersteller zu klären ist
SchutzartStaub, Wasser, ReinigungsmittelIP-Schutzart laut Datenblatt; DEEP Robotics DR02: IP66
TemperaturHitze an Öfen, Kälte im FreienFreigegebener Betriebsbereich; DR02 laut Hersteller minus 20 bis 55 Grad
Ex-SchutzZonen nach ExplosionsschutzdokumentZulassung nach Richtlinie 2014/34/EU mit Kategorie und Zone
TeleoperationSteuerung aus sicherer EntfernungLatenz, Videoqualität, Verhalten bei Verbindungsabbruch
BergungRoboter fällt aus und muss geborgen werdenGewicht, Tragepunkte, manuelle Bremsfreigabe
DekontaminationReinigung nach GefahrstoffkontaktBeständigkeit der Oberflächen und Dichtungen

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03  Abgrenzung

Was Roboter im Gefahrenbereich heute ehrlich leisten.

Die meisten Wartungsaufgaben in Industrieanlagen verlangen Werkzeug, Kraft und Erfahrung: Flansche lösen, Dichtungen wechseln, Pumpen tauschen. Humanoide Roboter können solche Arbeiten in Demonstrationen zeigen, im Werksalltag aber noch nicht zuverlässig. Wer heute einen Roboter für Wartung im Gefahrenbereich plant, sollte mit Erkundung und einfachen Handgriffen beginnen.

Für die Erkundung sind Vierbeiner und Raupenroboter weiter. Sie bringen Kameras und Messtechnik in Bereiche, die ein Mensch nur mit Schutzausrüstung betreten dürfte. Der Nutzen liegt darin, dass die Instandhaltung vor dem Eingriff weiß, was sie erwartet, und dass weniger Personen in den Bereich müssen.

Teleoperierte Humanoide schließen die Lücke zu einfachen Handgriffen. Ein Bediener steuert Arme und Hände aus der Ferne. Das ist langsamer als ein Mensch vor Ort, kann aber in Bereichen mit hoher Gefährdung trotzdem sinnvoll sein. Für wiederkehrende Eingriffe an immer derselben Stelle ist oft eine feste Automatisierung, etwa ein ferngesteuerter Schieber, die bessere Lösung.

04  Enge Räume

Behälter, Silos und enge Räume: wo Roboter besonders helfen.

Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen gehören zu den gefährlichsten Tätigkeiten in der Industrie. Sauerstoffmangel, Gefahrstoffe und schwierige Rettung sind typische Risiken. Die DGUV Regel 113-004 „Behälter, Silos und enge Räume“ beschreibt Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen sowie Not- und Rettungsmaßnahmen für solche Arbeiten.

Ein Roboter kann vor dem Einstieg Bilder und Messwerte liefern und so klären, ob ein Einstieg überhaupt nötig ist. Kleine Raupen- oder Kamerasysteme kommen durch Mannlöcher, die für Humanoide zu eng sind. Ein humanoider Roboter passt eher in begehbare Bereiche mit Bühnen und Leitern. Prüfen Sie Abmessungen und Gewicht vor jeder Planung.

05  Kennzahlen

Pilot-Kennzahlen für Einsätze im Gefahrenbereich.

  • Vermiedene Zutritte: Wie oft musste kein Mensch in den Gefahrenbereich, weil der Roboter Daten oder den Handgriff geliefert hat?
  • Erfolgsquote der Handgriffe: Anteil der Ventile, Taster oder Proben, die der Roboter beim ersten Versuch geschafft hat.
  • Dauer pro Eingriff: Zeit vom Start bis zum dokumentierten Ergebnis, verglichen mit dem bisherigen Ablauf mit Schutzausrüstung.
  • Ausfälle im Bereich: Wie oft musste der Roboter geborgen werden?
  • Datenqualität: Reichen Bild und Messwerte für die Entscheidung der Instandhaltung?

06  Sicherheit

Sicherheit und Haftung: der Roboter verändert die Gefährdung.

Ein Roboter im Gefahrenbereich ist selbst ein Arbeitsmittel und bringt neue Gefährdungen mit. Die Gefährdungsbeurteilung nach § 3 Betriebssicherheitsverordnung muss klären, was bei einem Ausfall im Bereich passiert, wer den Roboter wie birgt und ob er selbst eine Zündquelle sein kann. In Ex-Bereichen dürfen nur Geräte arbeiten, die nach der Richtlinie 2014/34/EU für die Zone zugelassen sind. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

PhoenixOne vermittelt Roboter für solche Aufgaben über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai. Wir fragen Schutzart, Temperaturbereich, Teleoperation und vorhandene Zulassungen ab und sagen offen, wenn ein Gerät für Ihren Bereich nicht in Frage kommt.

07  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Können humanoide Roboter Wartungsarbeiten in gefährlichen Bereichen übernehmen?

Teilweise. Realistisch sind heute Erkundung und einfache Handgriffe wie Ventil drehen, Taster drücken oder Probe nehmen, meist ferngesteuert. Echte Instandsetzung mit Werkzeug gelingt Humanoiden im Werksalltag noch nicht zuverlässig. Für die Erkundung sind Vierbeiner und Raupenroboter derzeit weiter entwickelt. Fragen Sie den Hersteller nach Erfahrungen aus ähnlichen Anlagen.

Welche Regel gilt für Arbeiten in Behältern und Silos?

Die DGUV Regel 113-004 „Behälter, Silos und enge Räume“ beschreibt Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen und Rettung für Arbeiten in solchen Bereichen. Ein Roboter kann vor dem Einstieg Bilder und Messwerte liefern. Er ersetzt aber nicht die Freigabe und die Schutzmaßnahmen nach dieser Regel.

Was ist Teleoperation bei Wartungsrobotern?

Bei Teleoperation steuert ein Mensch den Roboter aus sicherer Entfernung, meist über Kamerabilder und Eingabegeräte. So kann ein Humanoide Handgriffe in Bereichen ausführen, die für Menschen gefährlich sind. Wichtig sind geringe Verzögerung, gute Bildqualität und ein sicherer Zustand bei Verbindungsabbruch.

Dürfen Roboter in explosionsgefährdete Bereiche?

Nur wenn sie nach der Richtlinie 2014/34/EU für die jeweilige Zone zugelassen sind. Die meisten Humanoide und Vierbeiner haben keine solche Zulassung. Für Inspektion in Zone 1 gibt es zugelassene Geräte. Lassen Sie sich vor jedem Einsatz das Zertifikat mit Kategorie und Zündschutzart vorlegen.

Was passiert, wenn der Roboter im Gefahrenbereich ausfällt?

Dann muss er geborgen werden, und das kann selbst gefährlich sein. Die Gefährdungsbeurteilung sollte vorab klären, wer den Roboter wie herausholt, welche Schutzausrüstung nötig ist und ob er Tragepunkte und eine manuelle Bremsfreigabe hat. Dieses Szenario gehört in jeden Pilotplan.

Quellen · Stand Oktober 2026

  1. DGUV Regel 113-004 Behälter, Silos und enge Räume
  2. DEEP Robotics DR02, Produktseite
  3. Humanoids Daily: DEEP Robotics stellt DR02 vor (09.10.2025)
  4. Richtlinie 2014/34/EU (ATEX-Produktrichtlinie)
  5. Betriebssicherheitsverordnung § 3

Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.

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