automatisierungs-konzepte.dePhoenixOne · Humanoide Roboter für die IndustrieRoboter anfragen →

Branche · Luftfahrtindustrie

Humanoide Roboter in der Luftfahrtindustrie.Wenig Stückzahl, viel Handarbeit.

Humanoide Roboter in der Luftfahrtindustrie sind interessant, weil der Flugzeugbau trotz hoher Technik viel Handarbeit in Strukturen hat, die für Menschen gebaut sind. Stand Oktober 2026 gibt es dafür aber nur frühe Konzepttests, etwa laut UBTech bei einem europäischen Flugzeughersteller. Realistisch sind zunächst Materialversorgung, Werkzeuglogistik und Prüfhilfen. Jede Änderung an Fertigungsabläufen berührt die Zulassung als Herstellungsbetrieb nach EASA Part 21 und das Qualitätsmanagement nach EN 9100. Der Luft- und Raumfahrzeugbau (WZ 30.3) zählte laut Destatis Ende September 2025 rund 90.100 Beschäftigte in 117 Betrieben ab 20 tätigen Personen.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Ein humanoider Roboter aus Glas und Silber steht in einem Modell einer Fertigungshalle, Gelenke kupfern
Humanoide Roboter in der Industrie: Pilot an einer Station, dann in die Fläche.

01  Aufgaben

Humanoide Roboter im Flugzeugbau: Was denkbar ist und was nicht.

AufgabeEinschätzungHinweis
Kits mit Befestigungselementen an Montageplätze bringenGeeignet für einen PilotenWiederkehrend, leicht, viele Wege in großen Hallen.
Werkzeuge ausgeben und zurücknehmenGeeignetWerkzeugkontrolle ist wichtig gegen Fremdkörper, der Roboter kann Vollständigkeit erfassen.
Bohren und Nieten an RumpfsektionenOffen bis ungeeignetHohe Genauigkeit, dokumentierte Prozesse. Bohr- und Nietautomaten sind etabliert.
Arbeiten im Inneren von Flügel oder RumpfUngeeignet Stand 2026Sehr enge Räume, Absturz- und Beschädigungsrisiko an teuren Strukturen.
Sichtprüfung auf Fremdkörper nach MontageschrittenDenkbar als ZusatzKamera am Roboter ergänzt die Kontrolle, ersetzt aber keine Freigabe durch Prüfpersonal.
Verkabelung und KabelbäumeUngeeignetBiegeschlaffe Teile und hohe Variantenzahl.

02  Anforderungen

Fremdkörper, Freigaben, Dokumentation: Was Luftfahrtwerke verlangen.

Im Flugzeugbau ist jeder lose Gegenstand ein Risiko. Eine vergessene Schraube oder ein abgebrochenes Teil kann im Betrieb zu einem Schaden führen. Die Branche spricht von Foreign Object Debris. Ein Roboter, der durch die Halle läuft, darf selbst keine Teile verlieren. Fragen Sie den Hersteller, welche Teile sich lösen können, etwa Abdeckungen oder Fingerbezüge, und wie diese gesichert sind.

Zweitens Rückverfolgbarkeit. Jeder Arbeitsschritt an einem Bauteil wird dokumentiert, und die Person, die ihn ausführt, braucht eine Freigabe. Wenn ein Roboter Arbeitsschritte übernimmt, muss das Qualitätssystem klären, wie seine Tätigkeit dokumentiert und geprüft wird.

Drittens die Stückzahlen. Flugzeuge entstehen in vergleichsweise kleinen Serien, die Montage einer Sektion dauert Tage. Klassische Automatisierung lohnt sich nur an wenigen Stellen. Das spricht grundsätzlich für vielseitige Roboter. Bis ein Humanoide aber in dieser Umgebung zuverlässig arbeitet, sind lange Tests nötig.

Pilot-Lastenheft erstellen · kostenfrei

Passt ein humanoider Roboter zu dieser Aufgabe in Ihrem Werk?

Aufgabe, Takt, Umgebung, Freigaben, Herstellerunterlagen: in zehn Minuten ein Lastenheft-Entwurf für Ihren Pilot.

Jetzt prüfen →

03  Vorschriften

Luftfahrtrecht und Normen mit Fundstelle.

RegelwerkFundstelleBezug
Verordnung (EU) Nr. 748/2012Anhang I (Part 21), Abschnitt A, Unterabschnitt GHerstellungsbetriebe brauchen eine Genehmigung. Änderungen an Abläufen betreffen das genehmigte System.
EN 9100:2018Abschnitt 8.5.1Steuerung der Produktion, einschließlich Verhinderung, Erkennung und Entfernung von Fremdkörpern.
Maschinenverordnung (EU) 2023/1230Art. 54Für Humanoide, die ab dem 20. Januar 2027 in Verkehr gebracht werden, maßgeblich.
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)§ 3In großen Montagehallen mit Hebebühnen und Gerüsten sind Sturz- und Kollisionsgefahren des Roboters zu beurteilen.
Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)§ 90Unterrichtung des Betriebsrats bei Planung neuer Arbeitsverfahren.

04  Piloten

Belegte Tests im Flugzeugbau.

Laut einem Bericht von Eyeshenzhen vom Januar 2026 hat Airbus mit UBTech eine Vereinbarung zum Kauf von Walker-S2-Robotern für seine Fertigungsstätten unterzeichnet. Stückzahl und Wert sind nicht genannt, im Mittelpunkt steht laut Bericht die Erprobung. An welchem Standort und für welche Aufgaben die Roboter getestet werden, ist nicht veröffentlicht.

Weitere öffentlich belegte Humanoiden-Tests in der Luftfahrtindustrie sind uns Stand Oktober 2026 nicht bekannt. Die Branche setzt seit Jahren Automation für Bohren, Nieten und Messen ein. Humanoide wären eine Ergänzung für die vielen Handgriffe, die bisher nicht automatisiert sind.

Der Luft- und Raumfahrzeugbau setzte laut Destatis 2025 rund 43,5 Milliarden Euro um. Mit 117 Betrieben ab 20 tätigen Personen ist die Branche klein an der Zahl der Werke, aber groß an Umsatz und Beschäftigten pro Betrieb. Für einen Rollout zählen deshalb wenige große Standorte.

05  Vorgehen

Pilot in der Logistik vor dem Einsatz an der Struktur.

  1. Logistikaufgabe wählen

    Kitting von Normteilen oder Werkzeugausgabe. Kein direkter Kontakt mit der Flugzeugstruktur.

  2. Fremdkörperrisiko prüfen

    Lose Teile am Roboter erfassen, Sicherungen festlegen, Kontrolle nach jedem Einsatz.

  3. Qualitätssystem einbinden

    Mit dem Qualitätsmanagement klären, ob der Pilot das genehmigte Herstellungssystem berührt.

  4. Roboter anfragen

    PhoenixOne sucht über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai geeignete Modelle und fordert Unterlagen zu Bauweise, lösbaren Teilen und Konformität an.

  5. Lange Testphase

    Luftfahrtprozesse verzeihen wenig. Ein längerer Test mit vollständiger Dokumentation ist sinnvoller als ein schneller Start.

06  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Werden humanoide Roboter im Flugzeugbau eingesetzt?

Bisher nur in frühen Tests. Laut einem Bericht von Eyeshenzhen hat Airbus Walker-S2-Roboter von UBTech zur Erprobung in seinen Fertigungsstätten gekauft. Stückzahl, Standort und Aufgaben sind nicht veröffentlicht. Weitere belegte Einsätze in der Luftfahrtindustrie sind Stand Oktober 2026 nicht bekannt.

Warum ist Fremdkörperkontrolle bei Robotern im Flugzeugbau wichtig?

Lose Teile in einer Flugzeugstruktur können im Betrieb Schäden verursachen. EN 9100:2018 verlangt in Abschnitt 8.5.1 Maßnahmen zur Verhinderung, Erkennung und Entfernung von Fremdkörpern. Ein Roboter darf deshalb selbst keine Teile verlieren. Abdeckungen, Bezüge und Kleinteile am Roboter müssen gesichert und regelmäßig geprüft werden.

Berührt ein Roboter die EASA-Herstellungsgenehmigung?

Das kann so sein, wenn der Roboter Arbeitsschritte im genehmigten Herstellungsprozess übernimmt. Herstellungsbetriebe nach Part 21 Unterabschnitt G müssen Änderungen an ihrem System steuern. Ein Pilot in der Logistik ohne Kontakt zur Struktur ist meist weniger kritisch. Die Bewertung im Einzelfall trifft Ihr Qualitätsmanagement.

Wie groß ist der Luft- und Raumfahrzeugbau in Deutschland?

Laut Destatis arbeiteten Ende September 2025 im Luft- und Raumfahrzeugbau 90.093 Personen in 117 Betrieben von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen. Der Umsatz lag 2025 bei rund 43,5 Milliarden Euro. Zulieferer anderer Branchen, etwa für Elektronik oder Kunststoffteile, sind darin nicht enthalten.

Welche Aufgabe passt für den ersten Humanoiden im Luftfahrtwerk?

Gut geeignet sind Logistikaufgaben ohne Kontakt zur Flugzeugstruktur, etwa das Bereitstellen von Kits mit Normteilen oder die Ausgabe von Werkzeugen. Dabei lassen sich Fremdkörperrisiko, Zuverlässigkeit und Dokumentation testen, bevor der Roboter näher an die Montage rückt. Das senkt das Risiko für teure Strukturbauteile.

Ihre Aufgabe, unser Kontakt.Der passende Roboter aus Shanghai.

Beschreiben Sie, was der Roboter tun soll. Wir suchen über unseren direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai das passende Modell und klären die Unterlagen, die Ihr Werk für die Freigabe braucht.

Roboter anfragen →Pilot-Lastenheft erstellenTermin vereinbaren

Deutsche Anforderungen. Chinesisches Tempo. Unverbindlich, per E-Mail an vertrieb@phoenixone.ai.