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Branche · Batteriezellfertigung

Humanoide Roboter in der Batteriefertigung.Belegte Piloten, strenge Umgebung.

Humanoide Roboter in der Batteriezellfertigung und Batteriemontage gehören Stand Oktober 2026 zu den am besten belegten Industrieeinsätzen: In chinesischen Batteriewerken stecken sie Hochvolt-Prüfstecker, kommissionieren Material und versorgen Linien in der Modul- und Packfertigung. In der Zellfertigung selbst mit Elektrodenherstellung und Trockenraum sind die Anforderungen an Feuchte und Partikel so hoch, dass Spezialanlagen dominieren. Die Herstellung von Batterien und Akkumulatoren (WZ 27.20) hatte laut Destatis Ende September 2025 rund 21.900 Beschäftigte in 68 Betrieben ab 20 tätigen Personen.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Ein humanoider Roboter aus Glas und Silber steht in einem Modell einer Fertigungshalle, Gelenke kupfern
Humanoide Roboter in der Industrie: Pilot an einer Station, dann in die Fläche.

01  Aufgaben

Humanoide Roboter in der Batteriefertigung: von der Zelle bis zum Pack.

ProzessschrittEinschätzungBegründung
Elektrodenfertigung, Beschichten und KalandrierenUngeeignetRolle-zu-Rolle-Anlagen, keine Handarbeit vorgesehen.
Zellassemblierung im TrockenraumUngeeignet Stand 2026Sehr niedrige Feuchte und strenge Partikelgrenzen, Spezialautomaten.
Formation und Alterung, Trays umsetzenEher FördertechnikHohe Stückzahlen auf festen Wegen.
Modul- und Packmontage, Material bereitstellenGeeignet, belegtKommissionieren und Linienversorgung mit wechselnden Teilen.
Endprüfung, Hochvolt-Teststecker steckenGeeignet, belegtWiederkehrende Steckvorgänge, für die laut Hersteller hohe Erfolgsquoten berichtet werden.
Rundgang an Lagern für Zellen und PacksVierbeiner oder feste SensorikWärmebild zur Früherkennung von Erwärmung ergänzt feste Brandmeldetechnik.

02  Anforderungen

Trockenraum, Hochvolt, Brandschutz: die Anforderungen im Batteriewerk.

Batteriewerke vereinen drei schwierige Umgebungen. In der Zellfertigung herrscht in Trockenräumen eine extrem niedrige Luftfeuchte, und Partikel können Zellen schädigen. Ein Humanoide mit vielen Gelenken und Lüftern bringt Partikel und eigene Wärme in diese Räume. Ohne Nachweise des Herstellers ist das kein realistischer Einsatzort.

In Modul- und Packmontage sowie in der Endprüfung kommt Hochvolt dazu. Beschäftigte, die an Hochvoltsystemen arbeiten, brauchen eine eigene Qualifizierung. Ein Roboter, der Teststecker steckt, nimmt Menschen aus dem Gefahrenbereich, muss aber selbst so gebaut sein, dass ein Fehler keinen Kurzschluss oder Lichtbogen auslöst. Fragen Sie nach isolierten Händen und nach dem Verhalten bei Fehlkontakt.

Drittens Brandschutz. Lithium-Ionen-Zellen und Packs können thermisch durchgehen. Ladestationen der Roboter selbst enthalten ebenfalls Akkus. Beides gehört in das Brandschutzkonzept des Werks. Für Konzerne mit mehreren Batteriestandorten lohnt ein einheitlicher Standard für Ladeplätze.

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03  Vorschriften

Regeln mit Fundstelle für Roboter im Batteriewerk.

RegelwerkFundstelleBezug
DGUV Vorschrift 3Elektrische Anlagen und BetriebsmittelGrundpflichten beim Umgang mit elektrischen Anlagen, auch Prüfplätzen.
DGUV Information 209-093Qualifizierung für Arbeiten an Fahrzeugen mit HochvoltsystemenStufen der Hochvolt-Qualifizierung für Beschäftigte rund um Prüfplätze.
DIN EN 50110-1 (VDE 0105-1)Betrieb von elektrischen AnlagenArbeitsverfahren und Verantwortlichkeiten an elektrischen Anlagen.
Verordnung (EU) 2023/1542 (Batterieverordnung)Art. 1Regelt Anforderungen an Batterien über den Lebenszyklus, nicht den Roboter. Wichtig für Dokumentation und Rückverfolgbarkeit der Produkte.
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)§ 3Gefährdungen durch den Roboter an Hochvolt-Prüfplätzen sind vor dem Einsatz zu beurteilen.

04  Piloten

Belegte Piloten in Batteriewerken.

Die Batterieindustrie liefert einige der konkretesten Belege für Humanoide in der Produktion. Laut CnEVPost setzt CATL im Werk Luoyang seit Dezember 2025 den Humanoiden Xiaomo von Spirit AI in der Endprüfung von Batteriepacks ein, etwa beim Stecken von Hochvolt-Teststeckern. CATL nennt laut Bericht eine Erfolgsquote über 99 Prozent bei Taktzeiten wie bei geübten Werkern. Wie viele Roboter dort arbeiten, ist nicht veröffentlicht.

Laut Galbot übernimmt der Galbot S1 Materialtransport und Kommissionierung auf CATL-Linien für Module und Packs. Im Juni 2026 haben beide Unternehmen laut CnEVPost eine Kooperation zur breiteren Einführung in CATL-Batteriewerken unterzeichnet.

In Deutschland hat BMW laut The Robot Report im März 2026 einen Piloten mit dem AEON von Hexagon im Werk Leipzig angekündigt, unter anderem in der Hochvoltbatterie-Montage. Zur Größe der Branche: Die Herstellung von Batterien und Akkumulatoren setzte laut Destatis 2025 rund 9,7 Milliarden Euro um. Die Gruppe umfasst auch Starterbatterien und ist daher keine reine Zahl für Lithium-Ionen-Zellen.

05  Vorgehen

Einstieg über die Endprüfung und die Linienversorgung.

  1. Station außerhalb des Trockenraums wählen

    Endprüfung oder Packmontage, wo die Umgebung normalen Hallenbedingungen entspricht.

  2. Hochvolt-Sicherheit klären

    Isolierte Greifer, Verhalten bei Fehlkontakt und Not-Halt am Prüfplatz mit der Elektrofachkraft abstimmen.

  3. Modell suchen

    PhoenixOne sucht über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai Modelle, die für ähnliche Aufgaben ausgelegt sind, und fordert Daten zu Traglast, Isolation und Konformität an.

  4. Brandschutz einplanen

    Ladeplatz des Roboters und Pufferlager für Packs im Brandschutzkonzept berücksichtigen.

  5. Erfolgsquote messen

    Steckvorgänge, Fehlkontakte und Eingriffe zählen. Diese Werte machen den Vergleich mit den Herstellerangaben möglich.

06  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Arbeiten humanoide Roboter schon in Batteriefabriken?

Ja, in China. Laut CnEVPost steckt der Humanoide Xiaomo von Spirit AI bei CATL in Luoyang Hochvolt-Teststecker in der Endprüfung von Batteriepacks. Laut Galbot übernimmt der Galbot S1 bei CATL Materialtransport und Kommissionierung. Stückzahlen nennen die Unternehmen nicht. In Deutschland ist ein Pilot bei BMW in Leipzig angekündigt.

Kann ein Humanoide im Trockenraum der Zellfertigung arbeiten?

Stand Oktober 2026 ist das nicht realistisch. Trockenräume verlangen eine sehr niedrige Luftfeuchte und strenge Partikelgrenzen. Ein Humanoide bringt über Gelenke, Lüfter und Abwärme Partikel und Wärme ein. Hersteller veröffentlichen dazu kaum Daten. Sinnvoller ist ein Einsatz in Modul- und Packmontage oder Endprüfung.

Welche Qualifizierung brauchen Beschäftigte bei Hochvolt-Prüfplätzen mit Roboter?

Für Arbeiten an Hochvoltsystemen beschreibt die DGUV Information 209-093 Qualifizierungsstufen. Der Roboter ändert nichts daran, dass Beschäftigte, die Prüfplätze einrichten, warten oder Störungen beheben, entsprechend qualifiziert sein müssen. Die Zuordnung im Einzelfall übernimmt die verantwortliche Elektrofachkraft. Diese Übersicht ist eine allgemeine Information.

Wie viele Beschäftigte hat die Batterieherstellung in Deutschland?

Laut Destatis arbeiteten Ende September 2025 in der Herstellung von Batterien und Akkumulatoren 21.902 Personen in 68 Betrieben von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen. Der Umsatz lag 2025 bei rund 9,7 Milliarden Euro. Die Gruppe umfasst auch Starterbatterien, Packmontage in Autowerken ist dagegen oft im Fahrzeugbau erfasst.

Was bringt ein Humanoide in der Batterie-Endprüfung?

Er kann wiederkehrende Steckvorgänge an Hochvolt-Prüfplätzen übernehmen und Beschäftigte aus dem Gefahrenbereich nehmen. Laut CnEVPost nennt CATL für den Einsatz von Spirit AI eine Erfolgsquote über 99 Prozent. Für Ihr Werk sollten Sie diese Quote im eigenen Test messen, bevor weitere Prüfplätze folgen.

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