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Einsatz · Qualitätsprüfung

Qualitätsprüfung mit Humanoiden.Der Roboter bedient die Prüfung, die Messtechnik misst.

Bei der Qualitätsprüfung mit humanoiden Robotern übernimmt der Roboter meist das Handling rund um die Prüfung: Er legt Teile in Prüfstationen ein, setzt Teststecker, dreht Bauteile vor einer Kamera und sortiert Gut- und Schlechtteile. Laut CATL steckt ein Humanoide von Spirit AI in der Endprüfung von Batteriepacks Hochvolt-Teststecker, mit einer Erfolgsquote über 99 Prozent. Laut AgiBot beladen G2-Roboter Teststationen in der Tablet-Fertigung von Longcheer. Für reine Sichtprüfung im Hochtakt bleibt eine feste Bildverarbeitung an der Linie in der Regel schneller und genauer.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Eine Roboterhand aus Glas greift ein Werkstück auf einem silbernen Förderband, Kupferlinie verbindet zu einem Leitstand
Integration heißt: Roboter, Station, Leitsystem und Menschen zusammenbringen.

01  Ablauf

Wie ein Humanoide die Qualitätsprüfung bedient.

  1. Prüfling holen

    Der Roboter nimmt das Bauteil vom Band, aus einem Behälter oder vom Werkstückträger und liest dabei Seriennummer oder Barcode.

  2. In die Prüfstation einlegen

    Er legt das Teil in die Prüfvorrichtung, schließt die Klappe oder setzt den Teststecker. Die Prüfstation startet die Messung.

  3. Prüfen lassen oder selbst sichten

    Elektrische, mechanische oder optische Prüfungen laufen in der Station. Einfache Sichtprüfungen übernimmt der Roboter mit seinen eigenen Kameras.

  4. Ergebnis übernehmen

    Die Station meldet gut oder schlecht an das Qualitätssystem. Der Roboter legt das Teil entsprechend ab und trennt Schlechtteile sicher.

  5. Dokumentieren

    Das Prüfergebnis wird mit Seriennummer im MES gespeichert. Auffällige Teile gehen an einen Prüfer zur Bewertung.

02  Anforderungen

Anforderungen an den Roboter rund um die Prüfung.

MerkmalBedarfWas zu klären ist
TraglastPrüflinge von wenigen Gramm bis zu mehreren KilogrammDauerlast je Arm; bei Batteriemodulen schwerere Teile
GreifenTeile ohne Kratzer und Abdrücke handhabenGreiferoberfläche, Kraftbegrenzung, ESD-Eignung in der Elektronik
SteckenTeststecker mit definierter Kraft setzenKraftregelung in der Hand, Erkennung der Steckrichtung
KamerasFür eigene Sichtprüfung ausreichende AuflösungAuflösung, Beleuchtung, Abstand; oft reicht die Navigationskamera nicht
TaktPrüfzeit der Station plus HandlingZiel: Station soll nicht auf den Roboter warten
RückverfolgbarkeitSeriennummer zu jedem PrüfergebnisAnbindung an MES und Qualitätssystem

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03  Abgrenzung

Humanoide oder feste Prüftechnik: wer was besser kann.

Die eigentliche Prüfung übernehmen in großen Werken Messmaschinen, Prüfstände und Bildverarbeitungssysteme. Sie sind kalibriert, rückführbar und in die Qualitätsprozesse eingebunden. Ein Humanoide ersetzt diese Messtechnik nicht. Seine Kameras sind für Navigation und Greifen ausgelegt und haben in der Regel keine kalibrierte Messkette.

Der Humanoide kann aber die Arbeit rund um die Messtechnik übernehmen. Das Beladen von Prüfständen, das Setzen von Teststeckern und das Sortieren nach dem Ergebnis sind heute oft Handarbeit. Laut CATL arbeitet ein Humanoide in der Endprüfung von Batteriepacks mit Taktzeiten wie geübte Werker. Laut einem Bericht will Dongfeng eigene Humanoide ab Oktober 2026 für Sortier- und Qualitätsprüfung in Werken einsetzen.

Für eine einzelne Prüfstation mit gleichbleibenden Teilen ist ein Knickarmroboter oder Cobot meist die wirtschaftlichere Wahl. Der Humanoide punktet, wenn mehrere unterschiedliche Prüfplätze bedient werden oder wenn Prüfungen in Bereichen stattfinden, die für Menschen gebaut sind, zum Beispiel an Endprüfplätzen im Fahrzeug.

04  Kennzahlen

Pilot-Kennzahlen für die Qualitätsprüfung.

  • Erfolgsquote beim Stecken und Einlegen: richtig gesetzte Stecker und Teile beim ersten Versuch. Laut CATL liegt der Wert bei Spirit AI über 99 Prozent.
  • Schlupf: Schlechtteile, die versehentlich im Gutbereich gelandet sind. Ziel ist null.
  • Pseudofehler: Gutteile, die der Roboter fälschlich aussortiert hat.
  • Stationsauslastung: Wie lange wartet die Prüfstation auf den Roboter?
  • Handlingschäden: Kratzer, Abdrücke oder verbogene Kontakte durch den Roboter.
  • Datenqualität: Anteil der Prüfergebnisse mit vollständiger Seriennummer im MES.

05  Einstieg

Der richtige Einstieg: welche Prüfaufgabe zuerst?

Eine gute erste Prüfaufgabe für einen Humanoiden hat drei Merkmale. Die Teile sind formstabil und nicht empfindlich. Die Prüfstation ist bereits automatisiert und braucht nur jemanden, der sie belädt. Und ein Fehler des Roboters führt nicht zu einem unentdeckten Schlechtteil, weil die Station selbst das Ergebnis meldet.

Ungeeignet für den Anfang sind Prüfungen, bei denen der Mensch heute mit Erfahrung entscheidet, etwa bei Oberflächenfehlern auf lackierten Teilen. Hier fehlen dem Roboter oft Kamera, Licht und vor allem eine trainierte Bewertung. Solche Aufgaben kommen erst später und meist mit eigener Bildverarbeitung.

06  Sicherheit

Sicherheit und Qualitätssystem: was vor dem Start geklärt sein muss.

Prüfstände für Hochvoltbatterien, Elektronik oder Druckbehälter haben eigene Gefährdungen. Wenn ein Roboter Teststecker setzt, muss die Gefährdungsbeurteilung klären, was bei einem Fehlkontakt oder Lichtbogen passiert und wie die Station abgeschaltet wird. Prüfstation und Roboter brauchen eine gemeinsame Abschaltung, die in der Risikobeurteilung beschrieben ist.

Für das Qualitätssystem ist wichtig: Ändert sich der Prüfablauf, ist das oft eine Prozessänderung, die in der Automobilindustrie dem Kunden angezeigt oder neu freigegeben werden muss. Klären Sie mit Ihrer Qualitätsabteilung, ob der Pilot eine solche Freigabe braucht. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Für Prüfaufgaben fragen wir über unseren direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai gezielt nach Kraftregelung der Hände, ESD-Eignung und Kameraauflösung. So lässt sich vor dem Piloten abschätzen, welche Teilaufgaben der Roboter übernehmen kann.

07  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Können humanoide Roboter Qualitätsprüfungen durchführen?

Sie übernehmen vor allem das Handling rund um die Prüfung: Teile einlegen, Teststecker setzen, Gut- und Schlechtteile trennen. Die eigentliche Messung bleibt bei kalibrierten Prüfständen und Bildverarbeitung. Laut CATL setzt ein Humanoide von Spirit AI in der Batteriepack-Endprüfung Hochvolt-Teststecker mit einer Erfolgsquote über 99 Prozent.

Ersetzt ein Humanoide eine Kamera für die Sichtprüfung?

In der Regel nicht. Die Kameras eines Humanoiden sind für Navigation und Greifen ausgelegt, nicht für kalibrierte Messungen. Für Sichtprüfung im Hochtakt ist eine feste Bildverarbeitung an der Linie schneller und genauer. Einfache Kontrollen, etwa ob ein Teil vorhanden ist, kann der Roboter aber selbst übernehmen.

Wo werden Humanoide in der Prüfung schon eingesetzt?

Berichtete Einsätze gibt es in China. Laut CATL arbeitet ein Humanoide von Spirit AI in der Endprüfung von Batteriepacks im Werk Luoyang. Laut AgiBot beladen G2-Roboter Teststationen in der Tablet-Fertigung von Longcheer in Nanchang. Dongfeng plant laut Bericht Einsätze für Sortier- und Qualitätsprüfung ab Oktober 2026.

Muss ein neuer Prüfablauf mit Roboter freigegeben werden?

Häufig ja. Ändert sich ein Prüfprozess, verlangen Qualitätsmanagementsysteme in der Automobilindustrie in der Regel eine Bewertung und oft eine Freigabe durch den Kunden. Klären Sie mit Ihrer Qualitätsabteilung vor dem Piloten, ob der Roboter eine Prozessänderung auslöst und welche Nachweise dafür nötig sind.

Welche Kennzahlen zählen bei Robotern in der Prüfung?

Wichtig sind die Erfolgsquote beim Einlegen und Stecken, der Schlupf von Schlechtteilen in den Gutbereich, Pseudofehler, die Auslastung der Prüfstation und Handlingschäden am Teil. Für die Rückverfolgbarkeit zählt außerdem, ob jedes Prüfergebnis mit Seriennummer im MES landet. Der Schlupf sollte bei null liegen.

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