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Einsatz · Montageassistenz

Montageassistenz mit Humanoiden.Helfen an der Linie, ohne sie umzubauen.

Montageassistenz mit humanoiden Robotern bedeutet, dass der Roboter Werkern an der Linie zuarbeitet: Teile anreichen, Bauteile halten, Steckverbinder stecken oder einfache Montageschritte selbst ausführen. Die Arbeit findet oft in Mensch-Roboter-Kollaboration statt. Dann gelten die Grenzwerte für Kontaktkräfte aus der Technischen Spezifikation ISO/TS 15066. Laut UBTech ist der Walker S1 für Montagelinien in der Fahrzeugfertigung positioniert. Laut einem Bericht hat Schaeffler mit Leju eine Kooperation vereinbart, die auch die Zusammenarbeit an Handarbeitsplätzen umfasst. Feste Einzelaufgaben an einem Platz löst ein Cobot meist günstiger.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Eine Roboterhand aus Glas greift ein Werkstück auf einem silbernen Förderband, Kupferlinie verbindet zu einem Leitstand
Integration heißt: Roboter, Station, Leitsystem und Menschen zusammenbringen.

01  Ablauf

Wie Montageassistenz im Takt der Linie abläuft.

  1. Takt übernehmen

    Der Roboter erhält vom Leitsystem das Signal, dass ein neues Werkstück an der Station ist, und die Variante, die montiert wird.

  2. Teil bereitstellen

    Er greift das passende Teil aus einem Behälter oder Warenkorb und reicht es dem Werker an oder legt es in eine Vorrichtung.

  3. Halten oder fügen

    Bei Zwei-Hand-Aufgaben hält der Roboter ein Bauteil in Position, während der Werker verschraubt. Einfache Fügeschritte wie das Stecken eines Steckverbinders führt er selbst aus.

  4. Prüfen

    Nach dem Fügen kontrolliert der Roboter per Kamera oder Kraftsensor, ob das Teil richtig sitzt, und meldet das Ergebnis.

  5. Zur nächsten Aufgabe

    Ist der Takt vorbei, wechselt der Roboter zum nächsten Werkstück oder zu einer zweiten Station. Bei Unklarheiten hält er an und wartet auf den Werker.

02  Anforderungen

Anforderungen an den Roboter in der Montageassistenz.

MerkmalBedarf an der LinieWas zu prüfen ist
TraglastMeist leichte Teile, beim Halten auch längere ZeitDauerlast statt Spitzenlast; Haltezeit unter Last
FeinfühligkeitStecken, Clipsen, Einlegen von DichtungenKraftregelung in Arm und Hand; laut AgiBot ist der G2 kraftgeregelt ausgelegt
GenauigkeitPositionen im MillimeterbereichWiederholgenauigkeit im Datenblatt; Dobot nennt für den Atom ±0,05 mm
TaktFester Linientakt, keine WartezeitenZykluszeit im Piloten messen, Puffer einplanen
KollaborationWerker im direkten UmfeldKraft- und Geschwindigkeitsbegrenzung, Nachweis nach ISO/TS 15066
BauformEnge Stationen, Arbeit in Hüft- bis BrusthöhePlatzbedarf, Reichweite, radbasiert oder zweibeinig

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03  Abgrenzung

Humanoide oder Cobot für die Montage?

Ein Cobot ist für Montageassistenz an einem festen Arbeitsplatz die erprobte Lösung. Er ist für die Zusammenarbeit mit Menschen gebaut, die Sicherheitsfunktionen sind bekannt, und die Kosten liegen meist deutlich unter denen eines Humanoiden. Wer eine einzelne Station mit einer wiederkehrenden Aufgabe entlasten will, sollte zuerst einen Cobot prüfen.

Ein humanoider Roboter wird interessant, wenn er an mehreren Stationen helfen soll, die sich im Laufe der Schicht ändern. Typisch sind Linien mit vielen Varianten oder Bereiche, in denen Werker zwischen Stationen springen. Der Humanoide folgt dem Bedarf, ohne dass jede Station eine eigene Roboterbefestigung braucht.

Ein ehrlicher Punkt: Feinmontage mit beiden Händen ist für Humanoide noch eine der schwersten Aufgaben. Kabel verlegen, Clips in verdeckte Öffnungen drücken oder flexible Teile führen gelingt in Demonstrationen, im Linienbetrieb aber nicht immer mit der nötigen Quote. Starten Sie mit einfachen Teilaufgaben wie Anreichen und Halten.

04  Kennzahlen

Pilot-Kennzahlen für Montageassistenz.

  • Taktreue: Anteil der Takte, in denen der Roboter seine Aufgabe rechtzeitig erledigt hat.
  • Fügequote: richtig gesteckte oder gesetzte Teile beim ersten Versuch.
  • Nacharbeit: Werkstücke, die wegen eines Roboterfehlers nachgearbeitet werden mussten.
  • Entlastung: Wie viele ungünstige Körperhaltungen oder Haltevorgänge entfallen pro Schicht für den Werker?
  • Stopps: Wie oft hat der Roboter wegen Annäherung eines Menschen angehalten? Zu viele Stopps zeigen ein Layoutproblem.
  • Akzeptanz: kurze Befragung der Werker nach vier und nach acht Wochen.
  • Vergleichsstation: Eine baugleiche Station ohne Roboter läuft parallel. So trennen Sie den Effekt des Roboters von Schwankungen im Auftragsmix.

05  Sicherheit

Sicherheit bei der Zusammenarbeit: ISO/TS 15066 und Betriebsrat.

Montageassistenz ist in der Regel Mensch-Roboter-Kollaboration. ISO/TS 15066:2016 beschreibt dafür vier Betriebsarten und nennt Grenzwerte für Kräfte und Drücke, die bei einem Kontakt mit dem Körper nicht überschritten werden dürfen. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV hat dafür ein Messgerät entwickelt, das Kollisionskraft und Druck im Kontaktbereich erfasst. Für Humanoide ist der Nachweis aufwendiger, weil sich nicht nur ein Arm, sondern der ganze Körper bewegt und der Roboter umfallen kann.

Die Gefährdungsbeurteilung muss diese Besonderheiten erfassen. Dazu gehören der Bereich, in den der Roboter bei einem Sturz fallen könnte, und die Frage, ob Werker in Reichweite beider Arme arbeiten. Die Ergebnisse fließen in die Unterweisung ein. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Bei Montagearbeitsplätzen ist der Betriebsrat früh dabei. Die Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsabläufen ist nach § 90 Betriebsverfassungsgesetz rechtzeitig mit ihm zu beraten. PhoenixOne vermittelt dafür passende Roboter über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai und fordert Angaben zu Kraftbegrenzung und Kollaborationsfunktionen vorab an.

06  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Können humanoide Roboter in der Montage helfen?

Ja, vor allem bei einfachen Teilaufgaben. Humanoide reichen Teile an, halten Bauteile während der Werker verschraubt, oder stecken Steckverbinder. Laut Herstellern laufen solche Einsätze vor allem in chinesischen Autowerken. Feinmontage mit flexiblen Teilen ist noch schwierig. Starten Sie den Piloten deshalb mit Anreichen und Halten.

Ist ein Cobot für die Montageassistenz nicht besser?

An einem festen Arbeitsplatz meist ja. Ein Cobot ist für die Zusammenarbeit mit Menschen gebaut, gut erprobt und deutlich günstiger. Ein Humanoide passt eher, wenn er an mehreren wechselnden Stationen helfen soll und keine feste Roboterbefestigung an jeder Station gewünscht ist.

Welche Norm gilt für Roboter, die direkt mit Werkern arbeiten?

Für die Zusammenarbeit gilt die Technische Spezifikation ISO/TS 15066:2016 mit Grenzwerten für Kräfte und Drücke bei Kontakt. Dazu kommen ISO 10218-1 und ISO 10218-2 in der Fassung von 2025. Für Humanoide fehlt eine eigene Norm noch. Der Entwurf ISO/CD 25785-1 ist laut ISO in Arbeit.

Was passiert, wenn ein Humanoide an der Linie umfällt?

Das ist ein eigenes Risiko, das klassische Roboter nicht haben. Die Gefährdungsbeurteilung muss den Bereich erfassen, in den der Roboter fallen könnte, und klären, ob Werker dort stehen. Fragen Sie den Hersteller nach Sturzerkennung, kontrolliertem Absenken und Schutzmaßnahmen. Radbasierte Bauformen haben dieses Risiko in geringerem Maß.

Muss der Betriebsrat bei Robotern in der Montage beteiligt werden?

Ja, in der Regel. Nach § 90 Betriebsverfassungsgesetz ist der Betriebsrat bei der Planung von Arbeitsplätzen und Arbeitsabläufen rechtzeitig zu unterrichten und zu beraten. Hat der Roboter Kameras, kommt die Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 dazu. Eine frühe Einbindung erleichtert den Piloten deutlich.

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