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Branche · Logistikzentren

Humanoide Roboter in Logistikzentren.Behälter, Bänder, Regale.

Humanoide Roboter in Logistikzentren sind Stand Oktober 2026 einer der am besten belegten Einsätze überhaupt: In den USA bewegt ein Humanoide seit 2024 Behälter im Regelbetrieb, in Deutschland testet ein Drogeriekonzern seit April 2026 einen Humanoiden in seinem Logistikzentrum Burgwedel. Typische Aufgaben sind Behälter vom Band nehmen, Waren umpacken, Leergut sortieren. Für reinen Transport sind fahrerlose Systeme meist günstiger. In der Lagerei (WZ 52.1) arbeiteten laut Destatis 2024 rund 86.400 Personen in 1.757 Unternehmen. Werkslager von Industrie und Handel sind darin nicht enthalten.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Ein humanoider Roboter aus Glas und Silber steht in einem Modell einer Fertigungshalle, Gelenke kupfern
Humanoide Roboter in der Industrie: Pilot an einer Station, dann in die Fläche.

01  Aufgaben

Humanoide Roboter im Lager: Was sie können und was andere besser können.

AufgabeHumanoideAlternative
Behälter von Cobot oder Band auf Fördertechnik setzenGeeignet, im Regelbetrieb belegtFeste Umsetzer bei gleichbleibenden Behältern.
Waren aus Behältern in Versandkartons umpackenFür einen Piloten geeignetKommissionierroboter an Ware-zur-Person-Stationen.
Leergut und Retouren sortierenGeeignet für einen PilotenManuelle Arbeit, für feste Automation oft zu variabel.
Pakete auf Paletten stapeln, schwere KartonsEingeschränktPalettierroboter oder Hebehilfen bei Lasten über der Dauertraglast.
Paletten bewegenUngeeignetStapler, fahrerlose Flurförderzeuge.
Inventur, Regalfächer prüfenEher Drohne, mobile Scanner oder VierbeinerHohe Regale erreicht ein Humanoide nicht.

02  Anforderungen

Was große Distributionszentren von einem Humanoiden verlangen.

Logistikzentren laufen oft rund um die Uhr, mit Spitzen im Weihnachtsgeschäft. Ein Roboter muss sich in diese Schichtmodelle einfügen, laden ohne Ausfall und Spitzen mittragen. Der Vorteil eines Humanoiden liegt in der Umgebung: Bänder, Rollwagen und Packtische sind für Menschen gebaut, und ein Roboter mit Armen und Händen kann sie ohne Umbau nutzen.

Die Anbindung an das Lagerverwaltungssystem ist entscheidend. Der Roboter muss wissen, welcher Behälter wohin gehört, und Fehler zurückmelden. Laut Agility Robotics nutzt GXO dafür die Cloud-Plattform Agility Arc, die Aufgaben an die Roboter verteilt und mit anderen Systemen verbindet. Fragen Sie jeden Hersteller, welche Schnittstellen er anbietet und ob die Daten in der EU verarbeitet werden.

Sicherheit ist im Lager besonders wichtig, weil viele Menschen, Stapler und Roboter dieselben Wege nutzen. Klare Verkehrswege, Bodenmarkierungen und eine Regel, wer Vorrang hat, gehören in jede Planung. Laut Agility Robotics wurde im September 2026 mit dem Digit 5 ein Modell vorgestellt, das auf sicheres Arbeiten in der Nähe von Menschen ausgelegt sein soll. Prüfen Sie solche Angaben in der eigenen Gefährdungsbeurteilung.

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03  Vorschriften

Regeln für Roboter in Lager und Distribution.

RegelFundstelleBezug
Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.8VerkehrswegeBreiten und Trennung von Verkehrswegen, wichtig wenn Roboter mitlaufen.
DGUV Information 208-061Lagereinrichtungen und Ladungsträger, Ausgabe 2024Löst die frühere DGUV Regel 108-007 ab. Betrieb und Prüfung von Regalen, auch nach Anfahrschäden.
DIN EN 15635Anwendung und Wartung von LagereinrichtungenRegelmäßige Regalinspektion, Schäden durch Anfahren dokumentieren.
Lastenhandhabungsverordnung (LasthandhabV)§ 2Pflicht zu Maßnahmen gegen gefährliche manuelle Lastenhandhabung.
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)§ 3Begegnungen von Robotern, Staplern und Beschäftigten im Gang gehören in die Gefährdungsbeurteilung.

04  Piloten

Belegte Einsätze in Logistikzentren.

Das bekannteste Beispiel ist GXO. Laut einer Mitteilung vom Juni 2024 haben GXO und Agility Robotics eine mehrjährige Vereinbarung über den Einsatz des Digit im Mietmodell Robots-as-a-Service geschlossen. Die Roboter setzen laut Agility Behälter von Cobots auf Förderbänder in einer Anlage, die GXO für SPANX betreibt. Laut Agility hat Digit in diesem Einsatz mehr als 100.000 Behälter bewegt.

In Deutschland hat Rossmann laut Humanoids Daily im April 2026 im Logistikzentrum Burgwedel einen einjährigen Piloten mit einem Walker S2 von UBTech begonnen. Laut UBTech hat der Vertriebspartner Terra Robotics im Juli 2026 eine erste Charge von mehreren Dutzend Walker S2 für Rossmann-Logistikzentren gekauft. In China laufen laut Robotera Roboter des Herstellers in mehr als zehn Logistikzentren von China Post und SF Express.

Laut Destatis arbeiteten in der gesamten Abteilung Lagerei sowie Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für den Verkehr (WZ 52) im Jahr 2024 rund 641.000 Personen in 19.466 Unternehmen. Viele Distributionszentren gehören zu Handel und Industrie und tauchen in dieser Zahl nicht auf.

05  Vorgehen

Vom Testplatz zum Netzwerk von Standorten.

  1. Prozess mit vielen Wiederholungen wählen

    Behälter umsetzen oder Leergut sortieren. Dort entstehen in kurzer Zeit viele Messwerte.

  2. Schnittstelle zum Lagerverwaltungssystem klären

    Aufträge, Rückmeldungen und Störungen müssen automatisch fließen.

  3. Modell suchen

    PhoenixOne sucht über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai Modelle mit passender Traglast und Laufzeit und fordert Datenblätter, Schnittstellenbeschreibung und Konformitätsunterlagen an.

  4. Spitzenlast testen

    Den Test in eine Zeit mit hohem Volumen legen, etwa vor Feiertagen.

  5. Übertragbarkeit bewerten

    Gibt es denselben Prozess in weiteren Zentren? Davon hängt ab, ob sich ein Rahmenvertrag lohnt.

06  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Werden humanoide Roboter in deutschen Logistikzentren eingesetzt?

Ja, in einem Piloten. Laut Humanoids Daily testet Rossmann seit April 2026 im Logistikzentrum Burgwedel einen Walker S2 von UBTech über ein Jahr. Laut UBTech wurde im Juli 2026 eine erste Charge von mehreren Dutzend Robotern für Rossmann-Logistikzentren gekauft. Weitere öffentlich belegte Einsätze in Deutschland sind uns nicht bekannt.

Was macht ein Humanoide im Lager genau?

Im bekanntesten Fall setzt der Digit von Agility Robotics bei GXO Behälter von Cobots auf Förderbänder, laut Hersteller mehr als 100.000 Behälter. Weitere typische Aufgaben sind Waren umpacken, Leergut und Retouren sortieren und Pakete auf Bänder legen. Schwere Lasten und Paletten bleiben bei Staplern und Palettierern.

Ist ein Humanoide im Lager günstiger als ein fahrerloses Transportsystem?

Für reinen Transport auf festen Wegen in der Regel nicht. Fahrerlose Transportsysteme sind dafür ausgereift und günstiger. Ein Humanoide lohnt sich eher, wenn zusätzlich gegriffen, umgepackt oder sortiert werden muss und die Arbeitsplätze für Menschen gebaut sind. Verlässliche Kostenvergleiche sollten auf eigenen Messwerten beruhen.

Kann man humanoide Roboter für das Lager mieten?

Ja, das wird angeboten. GXO und Agility Robotics haben laut Agility 2024 den ersten Vertrag über humanoide Roboter im Mietmodell Robots-as-a-Service geschlossen. Dabei zahlt der Betreiber für die Nutzung statt für den Kauf. Ob Miete oder Kauf günstiger ist, hängt von Laufzeit, Auslastung und Servicebedingungen ab.

Wie viele Menschen arbeiten in der Lagerei in Deutschland?

Laut Destatis arbeiteten 2024 in der Lagerei (WZ 52.1) rund 86.400 Personen in 1.757 Unternehmen, der Umsatz lag bei rund 14,6 Milliarden Euro. Lager von Industrie und Handel, die zum eigenen Unternehmen gehören, sind darin nicht enthalten. Die tatsächliche Zahl der Beschäftigten in Lagern ist deshalb deutlich höher.

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