Einsatz · Lagerinventur
Lagerinventur mit Robotern.Zählen ohne Stillstand.
Bei der Lagerinventur mit Robotern fährt oder geht ein mobiler Roboter durch das Lager, scannt Etiketten und Lagerplätze und gleicht den Bestand mit dem Lagerverwaltungssystem ab. Das Handelsgesetzbuch erlaubt in § 241 HGB neben der Stichtagsinventur auch Stichprobenverfahren und die permanente Inventur, wenn das Verfahren den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht. Ein humanoider Roboter ist für reines Zählen meist überdimensioniert. Für Scans in Gängen sind mobile Scanroboter, Drohnen oder RFID oft passender. Der Humanoide lohnt sich, wenn er Kartons bewegen, öffnen oder umlagern soll, um an den Bestand zu kommen.
Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
01 Ablauf
Wie eine Roboterinventur im Lager abläuft.
Zählauftrag erstellen
Das Lagerverwaltungssystem erzeugt einen Zählauftrag für bestimmte Gänge, Lagerplätze oder Artikel, zum Beispiel im Rahmen der permanenten Inventur.
Route abfahren
Der Roboter fährt die Gänge ab und erfasst Barcodes, Etiketten oder RFID-Transponder an Lagerplätzen und Ladeeinheiten.
Abgleich
Die Software vergleicht gefundene Bestände mit dem Sollbestand. Leere Plätze, falsche Artikel und Mengenabweichungen werden markiert.
Nachzählen
Bei Abweichungen zählt der Roboter nach oder ein Mensch prüft den Platz. Bei verdeckten Beständen kann ein Humanoide Kartons bewegen.
Buchen und dokumentieren
Bestätigte Differenzen werden gebucht. Das Protokoll mit Datum, Platz und Ergebnis dient als Nachweis für Abschlussprüfer.
02 Anforderungen
Anforderungen an Roboter für die Inventur.
| Merkmal | Bedarf | Hinweis |
|---|---|---|
| Erfassung | Barcodes und Etiketten in allen Regalhöhen lesen | Kamera in passender Höhe oder ausfahrbarer Mast; Drohnen für hohe Regale |
| Genauigkeit | Kein Platz doppelt, keiner vergessen | Lokalisierung im Regalgang, Abgleich mit Lagerplatzschema |
| Zugriff | Verdeckte Kartons, Mehrfachtiefe | Nur Roboter mit Armen können Ware bewegen |
| Laufzeit | Große Flächen pro Schicht | Radbasierte Roboter sind auf Hallenboden effizient |
| Schnittstelle | Anbindung an Lagerverwaltung | Import von Sollbeständen, Rückmeldung von Differenzen |
| Revisionssicherheit | Nachvollziehbare Protokolle | Zeitstempel, Bilder, unveränderbare Speicherung |
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03 Abgrenzung
Humanoide, Drohne, Scanroboter oder RFID: die Optionen im Vergleich.
Für das reine Erfassen von Etiketten braucht es keine Arme. Mobile Scanroboter mit Kameramast fahren nachts durch die Gänge und lesen Barcodes in allen Ebenen. Drohnen erreichen hohe Regale in Hochregallagern. RFID-Systeme erfassen Bestände sogar ohne Sichtkontakt, wenn die Ware gekennzeichnet ist. Diese Lösungen sind für Zählaufgaben meist günstiger als ein Humanoide.
Ein humanoider Roboter kommt ins Spiel, wenn Bestände verdeckt sind. Stehen Kartons hintereinander, sind Etiketten verdreht oder muss ein Behälter geöffnet werden, kann nur ein Roboter mit Armen nachsehen. Ein weiterer Vorteil: Der Humanoide kann tagsüber kommissionieren und nachts zählen. Die Inventur ist dann eine Zusatzaufgabe für ein Gerät, das ohnehin im Lager arbeitet.
Für Freiflächen und Außenlager mit Schüttgut oder Stahl helfen Vierbeiner oder Drohnen mit Kameras und Laserscannern. Dort geht es eher um Volumen und Lage als um Etiketten.
Bei der Auswahl hilft eine einfache Frage: Wo entstehen heute die meisten Inventurdifferenzen? Sind es falsch gebuchte Lagerplätze, reicht ein Scan. Sind es Mengenfehler in geöffneten Kartons, muss jemand hineinsehen und zählen. Im zweiten Fall ist ein Roboter mit Armen im Vorteil, im ersten nicht. Werten Sie die Differenzen des letzten Jahres aus, bevor Sie eine Technik festlegen.
04 HGB
Inventur nach HGB: was ein Robotereinsatz erfüllen muss.
Nach § 240 Handelsgesetzbuch müssen Kaufleute zum Schluss jedes Geschäftsjahres ein Inventar aufstellen. § 241 HGB erlaubt Vereinfachungen: Nach Absatz 1 darf der Bestand mit anerkannten mathematisch-statistischen Methoden auf Grund von Stichproben ermittelt werden. Nach Absatz 2 ist eine körperliche Bestandsaufnahme zum Stichtag nicht nötig, wenn ein anderes Verfahren nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung den Bestand sicher ermittelt.
Ein Roboter kann Teil eines solchen Verfahrens sein. Entscheidend ist, dass Zählung, Abgleich und Buchung nachvollziehbar dokumentiert sind. Stimmen Sie das Verfahren vor dem Einsatz mit dem Abschlussprüfer ab. Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
05 Kennzahlen
Pilot-Kennzahlen für die Roboterinventur.
- Erfassungsquote: Anteil der Lagerplätze, die der Roboter vollständig erfasst hat.
- Trefferquote: Übereinstimmung der Roboterzählung mit einer manuellen Kontrollzählung.
- Plätze pro Stunde: erfasste Lagerplätze je Stunde und je Akkuladung.
- Gefundene Differenzen: echte Abweichungen, die vorher unbekannt waren.
- Nachzählaufwand: Anteil der Plätze, die ein Mensch nachprüfen musste.
- Störung des Betriebs: Behinderungen im Lager durch den Zählroboter.
06 Datenschutz
Sicherheit und Datenschutz bei der Roboterinventur.
Ein Inventurroboter nimmt Bilder in Gängen auf, in denen Beschäftigte arbeiten. Erfasst er Personen, gilt die Datenschutz-Grundverordnung. Planen Sie die Zählfahrten möglichst in ruhige Zeiten, verpixeln Sie Personen in gespeicherten Bildern und regeln Sie den Einsatz mit dem Betriebsrat, der bei technischen Einrichtungen zur Überwachung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 Betriebsverfassungsgesetz mitbestimmt.
Für Inventuraufgaben vermitteln wir über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai Roboter, die zu Ihrem Lager passen. Wenn ein Scanroboter oder RFID die bessere Lösung wäre, sagen wir das.
07 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Können Roboter eine Inventur durchführen?
Ja. Mobile Roboter und Drohnen scannen Etiketten an Lagerplätzen und gleichen sie mit dem Lagerverwaltungssystem ab. Nach § 241 Handelsgesetzbuch ist neben der Stichtagsinventur auch eine permanente Inventur zulässig, wenn das Verfahren den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht. Stimmen Sie das Verfahren mit dem Abschlussprüfer ab.
Braucht man für die Inventur einen humanoiden Roboter?
Für reines Zählen meist nicht. Scanroboter, Drohnen oder RFID sind dafür günstiger. Ein Humanoide lohnt sich, wenn verdeckte Kartons bewegt oder Behälter geöffnet werden müssen. Oder wenn er tagsüber kommissioniert und nachts die Inventur als Zusatzaufgabe übernimmt. Prüfen Sie außerdem, ob die Regalgänge für den Flug breit genug sind.
Was ist eine permanente Inventur?
Bei der permanenten Inventur werden Bestände laufend über das Jahr verteilt gezählt statt an einem Stichtag. § 241 Abs. 2 Handelsgesetzbuch erlaubt das, wenn das Verfahren den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht. Roboter, die regelmäßig Lagerplätze erfassen, können ein solches Verfahren unterstützen.
Sind Drohnen für die Lagerinventur geeignet?
In Hochregallagern oft ja, weil sie hohe Regalebenen ohne Hubgerät erreichen. Sie lesen Barcodes und Etiketten von außen. Verdeckte Bestände oder geschlossene Behälter erfassen sie nicht. Für Flüge in Hallen braucht es klare Regeln zu Flugzeiten, Wegen und Personen im Lager.
Muss der Betriebsrat bei Inventurrobotern mitbestimmen?
Häufig ja. Nimmt der Roboter Bilder auf, auf denen Beschäftigte zu sehen sind, kann er zur Überwachung geeignet sein. Dann besteht ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 Betriebsverfassungsgesetz. Eine Betriebsvereinbarung regelt Zählzeiten, Speicherung und Verpixelung von Bildern.
Quellen · Stand Oktober 2026
- Handelsgesetzbuch § 240 Inventar
- Handelsgesetzbuch § 241 Inventurvereinfachungsverfahren
- Betriebsverfassungsgesetz § 87
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO)
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.
08 Weiter
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