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Begriffe · Glossar

Imitation Learning.Was der Begriff bedeutet.

Imitation Learning (Lernen aus Vorführungen) ist ein Verfahren des maschinellen Lernens, bei dem ein Roboter eine Aufgabe aus aufgezeichneten Vorführungen eines Menschen oder eines anderen Systems lernt, statt sie programmiert zu bekommen. Die Fachliteratur spricht auch von Learning from Demonstration.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Glasfigur eines humanoiden Roboters auf einem Silbersockel, davor geschichtete Glasplatten wie Normblätter, kupferne Kante
Vor dem Pilot: Konformität, Risikobeurteilung, Arbeitsschutz.

01  Definition

Imitation Learning: die Erklärung.

Beim Imitation Learning lernt der Roboter eine Abbildung von Beobachtungen auf Aktionen, eine sogenannte Policy. Grundlage sind Vorführungen: Ein Mensch macht die Aufgabe vor, meist per Teleoperation oder indem er den Roboter mit der Hand führt. Die Übersichtsarbeit von Argall und Kollegen aus dem Jahr 2009 beschreibt dieses Feld als Learning from Demonstration und ordnet die Verfahren nach Art der Datenerfassung und der gelernten Policy.

Die einfachste Form heißt Behavior Cloning: Ein Modell wird überwacht trainiert, in jeder Situation die vorgeführte Aktion nachzumachen. Ein bekanntes Problem sind sich aufschaukelnde Fehler. Kleine Abweichungen führen in Zustände, die in den Vorführungen nicht vorkamen. Die Arbeit zu ALOHA und dem Verfahren ACT (arXiv:2304.13705) begegnet dem, indem sie ganze Aktionsfolgen auf einmal vorhersagt. Damit lernte ein Zweiarm-System sechs feine Aufgaben mit 80 bis 90 Prozent Erfolg aus rund zehn Minuten Vorführung.

Ein weiteres Verfahren ist Diffusion Policy (arXiv:2303.04137). Es erzeugt Roboteraktionen mit einem Diffusionsprozess, ähnlich wie Bildgeneratoren Bilder erzeugen. Die Autoren berichten über 12 Aufgaben aus 4 Benchmarks eine durchschnittliche Verbesserung von 46,9 Prozent gegenüber damaligen Verfahren. Gemeinsam ist den neueren Verfahren, dass sie mit Bildern aus mehreren Kameras und den Gelenkstellungen des Roboters arbeiten und daraus Bewegungen für die nächsten Augenblicke erzeugen.

Die Qualität hängt an den Vorführungen. Unsaubere oder widersprüchliche Vorführungen führen zu unsauberem Verhalten. Deshalb braucht Imitation Learning im Werk geschulte Bediener und eine klare Vorgabe, wie eine Aufgabe korrekt aussieht. Hinzu kommen Datenschutz und Mitbestimmung, wenn Vorführungen von Beschäftigten aufgezeichnet werden. Eine Betriebsvereinbarung kann regeln, wofür die Daten genutzt werden und wie lange sie gespeichert bleiben.

02  Industrie

Was das für ein großes Werk heißt.

Für ein Werk kann Imitation Learning bedeuten, dass neue Handgriffe in Stunden statt in Wochen eingelernt werden. Dafür braucht es Personal für die Vorführungen, Regeln zur Datenaufzeichnung und einen festen Prüfablauf, bevor eine gelernte Aufgabe in den Serienbetrieb geht. Laborwerte aus Veröffentlichungen ersetzen keinen eigenen Test.

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03  Abgrenzung

Abgrenzung zu verwandten Begriffen.

BegriffUnterschied
Reinforcement LearningReinforcement Learning lernt durch Versuch und Belohnung, Imitation Learning lernt aus Vorführungen.
Teach-inBeim klassischen Teach-in speichert der Roboter feste Punkte und Bahnen, beim Imitation Learning lernt er eine Policy, die auf neue Situationen reagiert.
TeleoperationTeleoperation ist die Fernsteuerung, mit der die Vorführungen oft aufgezeichnet werden.

05  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Was ist Imitation Learning bei Robotern?

Imitation Learning ist ein Lernverfahren, bei dem ein Roboter eine Aufgabe aus Vorführungen lernt. Ein Mensch macht die Aufgabe per Fernsteuerung oder Handführung vor, das System zeichnet Bilder und Bewegungen auf und trainiert daraus ein Modell. Das Modell reagiert anschließend selbstständig auf ähnliche Situationen, ohne dass jede Bahn programmiert wird.

Wie viele Vorführungen braucht ein Roboter?

Wie viele Vorführungen ein Roboter braucht, hängt von Aufgabe, Verfahren und Vortraining ab. In der ALOHA-Arbeit von 2023 reichten für feine Zweihand-Aufgaben rund zehn Minuten Vorführung für 80 bis 90 Prozent Erfolg im Labor. Für Serienqualität im Werk sind in der Regel mehr Daten und eigene Tests nötig.

Was ist Behavior Cloning?

Behavior Cloning ist die einfachste Form des Imitation Learning. Ein Modell wird darauf trainiert, in jeder beobachteten Situation die Aktion des Vorführenden nachzumachen. Das Verfahren ist einfach, neigt aber zu sich aufschaukelnden Fehlern, wenn der Roboter in Situationen gerät, die in den Vorführungen nicht vorkamen.

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