Software-Vergleich · Energiemonitoring
Energiemonitoring-Software.Die Kategorien im Vergleich.
Energiemonitoring-Software erfasst, speichert und stellt Verbrauchsdaten aus Zählern und der Gebäudeautomation dar. Für Planungsbüros stehen drei Wege zur Wahl: das Energiemodul der GLT, eine herstellerneutrale EMS-Plattform oder ein zählernahes Datenportal. Die zweite Grundfrage ist das Hosting: läuft die Auswertung auf dem eigenen Server oder in der Cloud des Anbieters. Für die digitale Überwachung nach § 56 GModG zählt vor allem, dass die Software offene Schnittstellen wie BACnet, Modbus und M-Bus liest und Kennzahlen sauber exportiert.
Kurz beantwortet · Stand September 2026
01 Drei Wege
Drei Arten von Monitoring-Software.
Das Energiemodul der Gebäudeleittechnik nutzt die Datenpunkte, die ohnehin in der GLT vorliegen. Verbräuche stehen damit im gleichen System wie Heizung, Lüftung und Beleuchtung. Der Zugriff ist tief, die Lösung aber meist an den Hersteller der Leittechnik gebunden.
Eine eigenständige EMS-Plattform (Energiemanagement-System) sammelt Daten aus mehreren Quellen und Standorten. Sie ist herstellerneutral, unterstützt oft die Anforderungen der DIN EN ISO 50001 und liefert Berichte für Audits. Dafür ist der Aufbau von Zählerstruktur und Datenpunkten aufwendiger.
Ein zählernahes Datenportal setzt direkt an M-Bus- oder Modbus-Zählern an und schickt die Werte in ein Webportal. Das ist schnell nachgerüstet, hat aber wenig Bezug zur Regelung der Anlagen.
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02 Vergleich
Kriterien im direkten Vergleich.
| Kriterium | GLT-Energiemodul | EMS-Plattform | Zähler-Portal |
|---|---|---|---|
| Datenquelle | BACnet, OPC UA aus der GLT | offene Protokolle, Datenimport | M-Bus, Modbus am Zähler |
| Hosting | on-premise am GLT-Server | on-premise oder Cloud | meist Cloud-Portal |
| Stärke | tiefe Kopplung an die Anlagen | herstellerneutral, mehrere Standorte | schnell nachrüstbar |
| ISO 50001 | je nach Modul | oft mit Kennzahl- und Reportfunktionen | eingeschränkt |
| Grenze | herstellergebunden | höherer Engineering-Aufwand | wenig Regelbezug |
03 Auswahl
Lokal, Cloud und Schnittstellen.
Viele Büros und ihre Auftraggeber betreiben eigene Server. Läuft die Auswertung on-premise, bleiben die Verbrauchsdaten im Haus, und es gibt keine Abhängigkeit von einem Portalvertrag. Cloud-Plattformen sind dagegen schneller startklar und über Standorte hinweg erreichbar. Prüfen Sie, ob der Auftraggeber eine Datenhaltung im eigenen Netz verlangt.
Entscheidend ist die Anschlussfähigkeit. M-Bus überträgt Einheit und Medium mit, was die Einbindung von Zählern erleichtert. Modbus ist weit verbreitet, seine Register müssen aber im System bekannt sein. BACnet bindet die Werte aus der Gebäudeautomation ein. Achten Sie darauf, dass die Software diese Protokolle liest und Daten als CSV oder über eine Schnittstelle exportiert.
Planen Sie das Monitoring früh über die Datenpunktliste. Wenn Zähler, Einheiten und Zählpunkte schon in der Ausschreibung stehen, lässt sich die Software später ohne Nacharbeit anbinden.
04 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Reicht das Energiemodul unserer GLT, oder brauchen wir eine eigene Software?
Für ein einzelnes Gebäude mit einer Leittechnik reicht das Modul der GLT oft aus, weil die Datenpunkte dort schon vorliegen. Eine eigenständige EMS-Plattform lohnt sich, wenn mehrere Standorte, verschiedene Gewerke oder ein Energiemanagement nach ISO 50001 zusammengeführt werden sollen.
Cloud oder eigener Server für das Energiemonitoring?
Beides ist möglich. On-premise hält die Verbrauchsdaten im eigenen Netz und vermeidet einen laufenden Portalvertrag. Die Cloud ist schneller startklar und über Standorte hinweg erreichbar. Ausschlaggebend sind die Vorgaben des Auftraggebers und die Zahl der zu überwachenden Objekte.
Welche Schnittstellen muss die Software können?
Für Zähler sind M-Bus und Modbus üblich, für Werte aus der Gebäudeautomation BACnet. Wichtig ist außerdem ein sauberer Export als CSV oder über eine offene Schnittstelle, damit Kennzahlen für Audits und Berichte weiterverwendet werden können.
Quelle: Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), in Kraft seit 29.07.2026; GModG-Infoportal des BBSR; Richtlinie (EU) 2024/1275 (EPBD). Stand September 2026. Keine Rechtsberatung, maßgeblich ist der jeweilige Gesetzes- oder Normtext.
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