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Software-Vergleich · Managementebene

Gebäudeleittechnik-Softwareim sachlichen Vergleich.

Die Managementebene ist die oberste Ebene der Gebäudeautomation. Hier laufen Visualisierung, Alarme, Trends und das Energiemonitoring zusammen. Für die Auswahl zählen vor allem drei Fragen: Welche offenen Protokolle (BACnet, KNX, Modbus) werden unterstützt, läuft die Software auf dem eigenen Server oder in der Cloud, und ist sie herstellerneutral oder an ein Fabrikat gebunden. Namen wie Desigo CC, SAUTER Vision Center, Qanteon oder ICONAG B-CON stehen für unterschiedliche Ansätze, nicht für eine Rangfolge.

Kurz beantwortet · Stand September 2026
Bildschirm mit Anlagenschema und Trenddiagrammen einer Gebäudeleittechnik
Die Managementebene bündelt Visualisierung, Alarme und Energieauswertung in einer Oberfläche.

01  Grundlagen

Was die Managementebene in der Praxis leistet.

Gebäudeautomation ist in Ebenen aufgebaut. Unten sitzen Sensoren und Aktoren (Feldebene), darüber die Automationsebene mit den Reglern, ganz oben die Managementebene. Auf der Managementebene läuft die Gebäudeleittechnik (GLT). Sie zeigt Anlagen im Bild, sammelt Alarme, schreibt Trends und wertet Verbräuche aus. VDI 3814 und DIN EN ISO 16484 beschreiben diese Struktur und die zugehörigen Begriffe.

Für die Pflicht nach § 56 GModG (vorher § 71a GEG) ist die Managementebene wichtig, weil dort das kontinuierliche Energiemonitoring und die Auswertung der Anlageneffizienz zusammenlaufen. Der geforderte GA-Grad nach DIN EN ISO 52120-1 verlangt Funktionen, die ohne eine ordentliche GLT kaum sauber nachweisbar sind. Wer für öffentliche Auftraggeber plant, trifft zusätzlich auf die AMEV-Empfehlungen. Sie sehen eine herstellerneutrale Management- und Bedieneinrichtung (MBE) vor, die mit Systemen verschiedener Hersteller kommunizieren kann.

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02  Vergleich

Vier Systeme, vier unterschiedliche Ansätze.

System / AnsatzOffene ProtokolleHostingEinordnung
Desigo CC (Siemens)BACnet, LonWorks, Modbus, OPC UA, BACnet/SCEigener Server, ab Version 6 zusätzliche Cloud-AnbindungHerstellersystem, offen über BACnet
SAUTER Vision CenterBACnet, OPC UA, MQTT, BACnet/SCEigener Server, modular skalierbarHerstellersystem, visualisierungs- und managementorientiert
Qanteon (Kieback&Peter)BACnet (nach BACnet 1.20 im Testlabor geprüft)Eigener Server oder Cloud (Qanteon CS), browserbasiertHerstellersystem für Gebäude- und Energiemanagement
ICONAG B-CONBACnet, KNX, Modbus, OPCServerbasiert, Zugriff über BrowserHerstellerneutrale MBE/GLT

03  Auswahl

Nach diesen Kriterien entscheiden Büros.

  • Offene Protokolle: BACnet ist im Nichtwohnbau der verbreitete Standard. Prüfen Sie, ob KNX und Modbus direkt eingebunden werden oder nur über Gateways. BACnet/SC bringt verschlüsselte Kommunikation.
  • Hosting: Läuft die GLT auf Ihrem eigenen Server (dedizierter GLT-Server, Terminalserver) oder in der Cloud des Herstellers. Viele Büros und Betreiber haben eine gewachsene lokale Umgebung, in die sich die GLT einfügen muss.
  • Herstellerbindung: Herstellersysteme sind eng auf die eigene Automationsebene abgestimmt. Eine herstellerneutrale MBE bindet Fabrikate verschiedener Hersteller ein. Für Liegenschaften mit gemischtem Bestand ist das ein sachliches Kriterium.
  • Skalierung und Lizenzen: Oft bestimmt die Zahl der Datenpunkte die Lizenzstufe. Klären Sie, wie die Software mit einer wachsenden Datenpunktliste umgeht.
  • Betrieb und Übergabe: Die GLT sollte die Datenpunktliste und die GA-Funktionsliste aus der Planung übernehmen können, damit Inbetriebnahme und späterer Betrieb sauber dokumentiert sind.

04  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Was ist der Unterschied zwischen GLT und MBE?

GLT steht für Gebäudeleittechnik als Oberbegriff der Managementebene. MBE steht für Management- und Bedieneinrichtung, ein Begriff aus der VDI 3814, den die AMEV-Empfehlungen für die herstellerneutrale Bedien- und Beobachtungsebene bei öffentlichen Auftraggebern aufgreifen. In der Praxis meinen beide die oberste Ebene, die AMEV betont dabei die Herstellerneutralität.

Muss die Managementebene in der Cloud laufen?

Nein. Sowohl ein lokaler Server als auch eine Cloud-Lösung sind möglich. Qanteon gibt es zum Beispiel als lokale Installation und als Cloud-Variante, Desigo CC läuft auf einem eigenen Server und bietet ab Version 6 zusätzlich eine Cloud-Anbindung. Welche Variante passt, hängt von Ihrer bestehenden Infrastruktur und den Datenschutzanforderungen ab.

Reicht BACnet, oder brauche ich KNX und Modbus?

Das hängt vom Anlagenbestand ab. Im Nichtwohnbau dominiert BACnet auf der Automations- und Managementebene, KNX ist oft in der Raumautomation und Beleuchtung vertreten, Modbus bei Zählern und Kälteanlagen. Wenn Ihre Liegenschaft mehrere dieser Systeme mischt, ist die direkte Unterstützung aller drei Protokolle ein sinnvolles Auswahlkriterium.

Quelle: Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), in Kraft seit 29.07.2026; GModG-Infoportal des BBSR; Richtlinie (EU) 2024/1275 (EPBD). Stand September 2026. Keine Rechtsberatung, maßgeblich ist der jeweilige Gesetzes- oder Normtext.

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